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Plazentation

Englisch: placentation

1 Definition

Der Begriff Plazentation bezeichnet die Entwicklung der Plazenta während der Schwangerschaft.

2 Hintergrund

Die Plazentation beginnt mit dem Eindringen des Synzytiotrophoblasten in das maternale Endometrium. Durch proteaseinduzierte Lyse des endometrialen Drüsengewebes und Arrosion arterieller Gefäße gewinnt der implantierende Keim seine erste Nahrungsressource (Embryotrophe), die er endozytotisch aufnimmt. Die Embryotrophe besteht aus maternalem Blut (Hämotrophe), sowie Drüsensekreten und Zelleinlagerungen (Lipide, Glykogen) endometrialer Zellen (Histiotrophe).

Da die Plazenta sowohl tropho- als auch embryoblastischen Ursprungs ist und sich unterschiedliche Differenzierungsschritte zeitgleich ereignen, gibt es keine strenge chronologische Stadienabfolge. Jedoch lässt sich die Plazentation anhand der Entstehung der verschiedenen Plazentaanteile (Chorionplatte, Chorionzotten, Basalplatte) nachvollziehen:

2.1 Chorionplatte

Die Bildung der Chorionplatte beginnt am 8. Tag postkonzeptionell mit der Gastrulation. Der Embryoblast des implantierten Keims differenziert sich in zwei Zellschichten, den Hypoblast und den Epiblast.

Die Hypoblastzellen bilden das Dottersackepithel des primären Dottersacks. Aus ihnen differenziert sich das extraembryonale Mesoderm, das den Raum zwischen dem sich ausdehnenden Trophoblasten und dem Embryoblastanteilen (primärer Dottersack, Amnionhöhle) ausfüllt.

Der Epiblast bildet zum Endometrium hin das Amnionepithel, das die Amnionhöhle umschließt.

Entsprechend der Lage zum Endometrium hin ergibt sich ausgehend vom Embryo folgende Schichtung der Chorionplatte:

2.2 Chorionzotten

Die Chorionzotten entstehen durch die Organisation des Synzytiotrophoblasten, der die durch Gefäßarrosion entstandenden Blutlakunen umschließt.

Schrittweise dringen Zytotrophoblastzellen (Primärzotten) und extraembryonales Mesoderm (Sekundärzotten) in die Ausstülpungen des Synzytiotrophoblasten ein. Das extraembryonale Mesoderm induziert die Ausbildung embryonaler Gefäße (Angiogenese) innerhalb der Tertiärzotten. Als abschließender Schritt der Zottenentwicklung ziehen sich die Zytotrophoblastzellen zurück (Terminalzotten).

2.3 Basalplatte

Die Basalplatte ist das mütterliche Äquivalent zur Chorionplatte. Sie entsteht durch die Proliferation des Endometriums im Rahmen der Dezidualreaktion (siehe Nidation), sowie der Invasion des Synzytiotrophoblasten.

2.4 Intervillöser Raum

Die zwischen den beiden Platten gelegenen Blutlakunen verschmelzen zum intervillösen Raum. Seitens der Chorionplatte wird der intervillöse Raum von Chorionzotten durchzogen. Von der Basalplatte aus durchtrennen Septen den intervillösen Raum, die durch die proliferationsbedingte Auffaltung des Endometriums entstehen.

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