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Phäochromozytom (Katze)

Englisch: pheochromocytoma

1 Definition

Als Phäochromozytom bezeichnet man bei der Katze sehr seltene Katecholamin-produzierende, neuroendokrine Tumoren.

2 Vorkommen

Diese Tumorart tritt bei der Katze äußerst selten auf. In der Regel sind eher ältere Tiere (7 bis 18 Jahre) betroffen.

3 Ätiopathogenese

Phäochromozytome können einerseits aus dem Nebennierenmark, andererseits aus sympathischen Paraganglien (Paragangliome) entstehen.

Die Mehrheit aller Phäochromozytome sind maligne. Häufig infiltrieren sie die umliegenden Gewebe und metastasieren in regionäre Lymphknoten, Leber, Lunge sowie weitere Organe.

4 Klinik

Die klinischen Anzeichen werden durch die Tumormasse selbst und durch die gesteigerte Produktion von Katecholaminen (Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin) hervorgerufen. Das Überangebot an Katecholaminen führt zu erhöhtem Blutdruck und/oder Herzrhythmusstörungen. Mögliche Symptome können von mild bis lebensbedrohlich variieren, unter anderem:

5 Differentialdiagnosen

Zu den wesentlich häufigeren Differentialdiagnosen für eine Hypertension bei der Katze zählen unter anderem:

6 Diagnostik

Beim Nachweis einer Neoplasie der Nebenniere mittels bildgebenden Techniken (z.B. Ultraschall) sollte das Vorliegen eines Phäochromozytoms in Betracht gezogen werden. Beim Hund kann die Diagnose mittels Messung von Metanephrinen (Metaboliten der Katecholamine) im Plasma oder Urin gesichert werden. Bei der Katze werden derzeit (2021) diesbezüglich noch Untersuchungen durchgeführt.

7 Therapie

Die Behandlung der Wahl ist die Adrenalektomie, wobei das Risiko von hyper- oder hypotensiven Krisen beachtet werden muss. Beim Hund wird vor der Operation eine Behandlung mit einem Alpha-Blocker (z.B. Phenoxybenzamin) durchgeführt, um der extremen intraoperativen Katecholaminausschüttung entgegenzuwirken. Diese Therapie kann für die Katze vermutlich in ähnlicher Form übernommen werden.

Alternativ kann eine symptomatische Therapie mittels Phenoxybenzamin durchgeführt werden.

8 Quellen

  • Hämmerling R (Hrgs.). 2009. Praxis der endokrinologischen Krankheitsbilder bei Hund und Katze. Von der Pathophysiologie zur Therapie. Stuttgart: MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN: 978-3-8304-4181-6
  • Lutz H, Kohn B, Forterre F (Hrsg.). 2019. Krankheiten der Katze. 6., aktualisierte Auflage. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG. ISBN: 978-3-13-241649-9

Diese Seite wurde zuletzt am 19. November 2021 um 12:39 Uhr bearbeitet.

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