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Parafilaria bovicola

von altgriechisch: para - neben

1 Definition

Parafilaria bovicola, ein Parasit aus der Familie Filariidae, ist der Erreger der Parafilariose des Rindes.

2 Taxonomie

3 Erreger

Die adulten Stadien sind zwischen 3 und 3,5 cm (Männchen) bzw. 5 bis 6,5 cm (Weibchen) groß. An ihrem vorderen Ende weisen sie eine Vielzahl von kleinen Cuticulaverdickungen auf. Die Vulva der Weibchen ist unmittelbar neben der Mundöffnung ausgebildet.

Die Eier sind dünnschalig und 50 x 28 µm groß. Die Mikrofilarien sind 185 bis 205 µm lang und unbescheidet.

4 Entwicklung

Die adulten Stadien parasitieren bei Rindern und Büffeln in subdermalen Knoten. Diese brechen etwa 7 bis 9 Monate nach der Infektion auf (kleine Öffnungen von weniger als 1 mm). Das aus den Knoten austretende, mit Blut vermischte Exsudat ist mit larvenhaltigen Eiern und freien Mikrofilarien vermengt. Diese werden anschließend durch leckend-saugende Fliegen (in Europa hauptsächlich Musca autumnalis) während der Nahrungsaufnahme aufgenommen.

Bei günstigen Bedingungen (Temperatur, Feuchtigkeit) entwickeln sich in den Fliegen binnen 2 Wochen infektiöse Drittlarven (L3). Diese werden bei einer weiteren Nahrungsaufnahme des Zwischenwirtes über die Mundwerkzeuge auf den Wirt übertragen. Über die Schleimhäute gelangen die Larven in den Wirtskörper, um anschließend in die Unterhaut von Widerrist, Rücken, Brust und Flanken zu wandern. Über zwei Häutungsvorgänge entwickeln sich die Larven innerhalb von (durchschnittlich) 6,5 Monaten zu adulten Würmern.

Die Lebensdauer von Parafilaria bovicola beträgt in den meisten Fällen weniger als ein Jahr.

5 Vorkommen

Parafilaria bovicola tritt in Südost- und Südasien, Afrika sowie regional auch in Europa (Rumänien, Frankreich, Schweden) auf.

6 Epidemiologie

Untersuchungen zufolge zeigten in Schweden im Jahr 1980 über 10 % der Schlachtrinder infektionsbedingte Muskelschäden. Die Infektionsrate konnte seitdem deutlich reduziert werden.

Infektionen treten mit ausgeprägter Saisondynamik auf. Die etwa 4 bis 5 Monate p.i. entstehenden Veränderungen der Haut und der darunter liegenden Muskelpartien treten in der nördlichen Hemisphäre zwischen Dezember und Juni, in der südlichen Hemisphäre zwischen Juni und Januar am häufigsten auf.

7 Klinik

In der frühen Infektionsphase entstehen gelbliche, kleine und ödematöse Herde in der Unterhaut. Im späteren Verlauf der Erkrankung treten 10 bis 15 cm große, manchmal auch umfangreichere und konfluierende Läsionen in der Unterhaut - bevorzugt an Widerrist und Schulter, am Rücken und in der Lendengegend - auf. Bei diesen - auch von außen tastbaren Knoten - handelt es sich um blutig imbibierte, in Folge einer massiven eosinophilen Infiltration grünlich und sulzig erscheinende Veränderungen, die in die darunter liegende Muskulatur ausstrahlen. In diesen sind meist die 3 bis 4 cm langen Filarien enthalten.

Im Frühjahr (Februar, März) werden auf der Hautoberfläche die 5 bis 10 mm hohen und 2 bis 3 mm breiten, derben und schmerzfreien Knoten ersichtlich. Durch die kleinen Öffnungen tritt oftmals blutiges, Eier und Mikrofilarien enthaltenes Exsudat aus, das abfließt und antrocknet.

Das Allgemeinbefinden der Tiere ist in der Regel nicht beeinträchtigt. Die durch die Parasiten entstandenen Schäden sind hauptsächlich von wirtschaftlicher Bedeutung, sodass betroffene Muskelpartien von Schlachttieren verworfen werden müssen. Bei einem starken Befall kann dies bis zu 10 kg Muskelfleisch je Tier ausmachen.

8 Literatur

  • Eckert, Johannes, Friedhoff, Karl Theodor, Zahner, Horst, Deplazes, Peter. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Enke-Verlag, 2008.

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