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Orales Antidiabetikum

(Weitergeleitet von Orale Antidiabetika)

Englisch: oral antidiabetic drugs

1 Definition

Orale Antidiabetika sind für die Therapie des Diabetes mellitus (hauptsächlich Typ 2) geeignete Medikamente.

2 Anwendung

Die Anordnung von oralen Antidiabetika ist nicht unmittelbar nach Diagnose eines Typ II-Diabetes durchzuführen. Vor der Anordnung sollte durch Gewichtsreduktion und Diät ein nicht-medikamentöser Therapieversuch unternommen werden.

Durch Gewichtsreduktion und Diät verbessert sich die Stoffwechseleinstellung bei den allermeisten Typ 2 - Diabetikern deutlich, sodass Medikamente zumindest für einen längeren Zeitraum nicht notwendig sind.

3 Substanzgruppen

Zur medikamentösen Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 sind eine Reihe von pharmakologischen Strategien entwickelt worden. Die derzeit im Einsatz befindlichen Substanzgruppen sind:

4 Therapieschemata

Nach den Empfehlungen der Deutschen Diabetes-Gesellschaft ist bei Scheitern einer nichtmedikamentösen Therapie insbesondere bei übergewichtigen Patienten Metformin die erste Wahl.

Bei normalgewichtigen Patienten, insbesondere bei Vorliegen von Kontraindikationen gegen eine Therapie mit Metformin, sind Sulfonylharnstoffe die Substanzgruppe der Wahl.

Glinide sollten bei Versagen einer nichtmedikamentösen Therapie versuchsweise als Monotherapie oder bei Nichtansprechen auf Metformin als Ergänzungsmedikation vor den Mahlzeiten eingesetzt werden.

Glitazone sind für eine Monotherapie des Diabetes mellitus Typ 2 und eine Kombinationstherapie mit Sulfonylharnstoffen oder Metformin zugelassen.

α-Glucosidase-Hemmer sollten bei betonter postprandialer Hyperglykämie eingesetzt werden.

Jede medikamentöse Therapie mit oralen Antidiabetika sollte patientenspezifisch vorliegende Kontraindikationen sehr genau berücksichtigen und unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle des Therapieerfolges (Blutzuckertagesprofil, glykosyliertes Hämoglobin) durchgeführt werden.

Bei Versagen der Therapie mit verschiedenen oralen Antidiabetika, sekundärer Insuffizienz des Pankreas und schwer ausgeprägten Nebenwirkungen kann eine ergänzende oder alleinige Insulintherapie erwogen werden.

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