Onkologie
von altgriechisch: ὄγκος ("ónkos") - Anschwellung, Geschwulst
Englisch: oncology
Definition
Die Onkologie ist ein medizinisches Querschnittsgebiet, das sich mit der Entstehung, Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Tumorerkrankungen befasst. Sie integriert chirurgische, medikamentöse, strahlentherapeutische und supportive Behandlungsansätze und berücksichtigt zunehmend genetische und immunologische Tumoreigenschaften zur individualisierten Therapieplanung.
Organisation
Traditionell war die Onkologie der Inneren Medizin und der Chirurgie zugeordnet. Aufgrund der großen Bedeutung maligner Tumoren ist die Onkologie heute (2026) in Form von Subspezialisierungen bzw Schwerpunktbezeichnungen in nahezu allen medizinischen Fachgebieten vertreten. Häufig handelt es sich dabei um interdisziplinäre Tätigkeitsfelder. Beispiele sind:
- Chirurgische Onkologie
- Dermatoonkologie
- Gynäkoonkologie
- Hämatoonkologie
- HNO-Onkologie
- Internistische Onkologie
- Kinderonkologie
- Neuroonkologie
- Psychoonkologie
- Radioonkologie
- Thoraxonkologie
- Translationale Onkologie
- Tumororthopädie
- Uroonkologie
- Viszeralonkologie
Zunehmend etablieren sich Tumorzentren, in denen Ärzte bzw. Ärztinnen verschiedener Fachrichtungen eng zusammenarbeiten und sich in Form sogenannter Tumorboards organisieren.
Therapiestrategien
Onkologische Therapien zielen entweder auf die Entfernung oder Zerstörung des gesamten Tumorgewebes (kurative Therapie) oder, wenn dies nicht mehr möglich ist, auf die Verkleinerung des Tumorgewebes zur Entlastung beeinträchtigter Organe (palliative Therapie). Neoadjuvante Therapien kommen zum Einsatz, um eine verbesserte Ausgangssituation für die Operation zu erreichen.
Das therapeutische Arsenal hat sich dabei in den letzten Jahren deutlich erweitert. Wichtige Therapiesäulen sind die
Grundlage für den differenzierten Einsatz moderner Krebstherapien ist die molekularbiologische Untersuchung des Tumorgewebes, die es ermöglicht auslösende Mutationen zu identifizieren und gezielt medikamentös zu adressieren. Dadurch wird die Tumortherapie immer mehr zu personalisierten Therapie bzw. Präzisionsonkologie.
Therapieschemata
Für viele Tumoren haben sich Therapieschemata und Therapiealgorithmen etabliert, die in großen internationalen Untersuchungen laufend optimiert werden und in Leitlinien Einzug halten. Zunächst wird mithilfe verschiedener Untersuchungsverfahren festgestellt, welcher Tumor vorliegt und wie weit die Tumorerkrankung fortgeschritten ist, das so genannte Staging. Mithilfe von Biopsien können der Differenzierungsgrad (Grading), das Tumorgenom und die Expression bestimmter Tumormarker bestimmt werden. Dadurch lässt sich der Tumor einer bestimmten Subgruppe zuordnen.
Ausgehend vom festgestellten Stadium und der ermittelten Subgruppe, werden mit dem Patienten mögliche Therapieoptionen erörtert. Hierbei spielen der körperliche Allgemeinzustand und die Begleiterkrankungen eine wesentliche Rolle.
Als Erstlinientherapie wird die Therapie gewählt, die in klinischen Studien bei der betreffenden Tumorform den besten Therapieerfolg erzielt hat. Im Idealfall führt sie zu einer Heilung oder Remission. Bei Therapieversagen kommt eine Zweitlinientherapie zum Einsatz.
Trotz großer Fortschritte in der Behandlung von bösartigen Tumoren, stellen insbesondere fortgeschrittene Erkrankungen die heutige Medizin immer noch vor erhebliche Probleme.
Alternative Tumortherapie
Neben der auf klinischen Studien und wissenschaftlichen Untersuchungen basierenden klassischen Onkologie existieren unzählige alternative, häufig fragwürdige Behandlungsmethoden.