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Lymphocentrum cervicale superficiale (Veterinärmedizin)

Synonym: Lc. cervicale superficiale

1 Definition

Als Lymphocentrum cervicale superficiale bezeichnet man das oberflächlich liegende Lymphzentrum am Hals der Haussäugetiere. Es ist Bestandteil des Lymphgefäßsystem des Halses.

2 Anatomie

Das Lymphocentrum cervicale superficiale ist ein tierartlich unterschiedlich stark ausgebildetes Lymphzentrum in den oberflächlichen Schichten des Halses. So ist das Lymphzentrum beim Pferd stets als Lymphknotenpaket angelegt, das wiederum aus einer Vielzahl an Einzelknoten zusammengesetzt und lokal begrenzt ist. Nur bei der Katze und beim Schwein sind noch weitere Lymphknoten ausgebildet, die aufgrund ihrer topographischen Lage am Hals unterschiedlich bezeichnet werden. Tierartübergreifend umfasst das Lymphocentrum cervicale superficiale folgende Lymphknoten:

2.1 Lymphonodi cervicales superficiales

Der größte Halslymphknoten wird im klinischen Sprachgebrauch auch als Buglymphknoten (Lymphonodi cervicales superficiales) bezeichnet. Dieser Lymphknoten bzw. das Lymphknotenpaket (je nach Tierart) liegt kraniodorsal vor dem Schultergelenk (Buggelenk), direkt unter dem Musculus brachiocephalicus. Gelegentlich kann er auch unter dem Musculus omotransversarius angetroffen werden.

Beim Pferd ist das Lymphknotenpaket vor dem Musculus subclavius, beim Rind und Hund ist der Einzelknoten vor dem Halsrand des Musculus supraspinatus, tastbar.

2.2 Lymphonodi cervicales superficiales dorsales, medii und ventrales

Bei der Katze und beim Schwein sind, neben dem Buglymphknoten, noch weitere oberflächliche Halslymphknoten ausgebildet. Bei der Katze können so zwei Gruppen (Lymphonodi cervicales superficiales dorsales und ventrales), beim Schwein insgesamt drei Gruppen (Lymphonodi cervicales superficiales dorsales, medii und ventrales) unterschieden werden.

Zu beachten ist, dass bei diesen Tierarten die dorsale Gruppe dem Buglymphknoten bei den anderen Haussäugetieren entspricht. Beim Schwein, Wiederkäuer und Pferd wird sie in Verdachtsfällen in die Fleischuntersuchung einbezogen.

2.3 Tributäres Gebiet

Das Lymphocentrum cervicale superficiale besitzt ein ausgedehntes Einzugsgebiet, sodass die Primärlymphe nicht nur vom Hals, seiner Haut und der oberflächlichen Muskulatur stammt. Das tributäre Gebiet greift einerseits auf den Kopf, v.a. den Scheitel, die Ohr-, Masseter- und Parotisgegend, über. Andererseits schließt es auch die dorsale, seitliche und ventrale Brustwand mit ein.

2.3.1 Pferd

Beim Pferd zählt gehört noch die seitliche und ventrale Brustwand zum Einzugsgebiet des Lymphocentrum cervicale superficiale. Dazu zählen insbesondere umfangreiche Abschnitte der Vordergliedmaße, wie etwa deren Haut, einige Schultergürtelmuskeln, Zehenstrecker- und beuger, Schulter-, Karpal- und Zehengelenke und annähernd alle Knochen der Vordergliedmaße.

2.3.2 Schwein

Beim Schwein erhält die ventrale Gruppe der oberflächlichen Halslymphknoten auch Lymphgefäße aus den vorderen Abschnitten des Gesäuges. Die dorsale Gruppe besitzt nicht nur ein eigenes Einzugsgebiet, sondern ist auch Sekundär- bzw. Tertiärstation für alle drei Lymphzentren des Kopfes (Lymphgefäßsystem des Kopfes) sowie für die mittlere und ventrale Gruppe der oberflächlichen Halslymphknoten.

2.3.3 Wiederkäuer

Beim Rind und Schaf sind zusätzlich noch Lymphonodi cervicales superficiales accessorii ausgebildet, die den Buglymphknoten vorgeschaltet sind. Sie dienen der Lymphe der Nackengegend als Primärstation.

2.4 Lymphabfluss

  • Hund: Der Lymphabfluss des Lymphocentrum cervicale superficiale erfolgt beim Hund in den Endabschnitt des Truncus jugularis oder in den Mündungsteil des Ductus thoracicus. In seltenen Fällen kann sich die Lymphe auch direkt in die Vena jugularis externa ergießen.
  • Schwein: Beim Schwein sind alle drei Lymphknotengruppen mittels ihrer Vasa efferentia aneinander gekoppelt. Aus diesem Grund gibt die ventrale Gruppe ihre Lymphe an die mittlere oder dorsale Gruppe weiter. Die mittlere Gruppe führt ihre Lymphe im Normalfall direkt zum Venenwinkel, die dorsale Gruppe zum Truncus jugularis oder zur mittleren Gruppe.
  • Rind: Beim Rind schließen sich die efferenten Bahnen der Lymphonodi cervicales superficiales dem Truncus jugularis oder Ductus thoracicus an.
  • Pferd: Beim Pferd ziehen die Vasa efferentia in die Lymphonodi cervicales profundi caudales, rechtsseitig teilweise sogar in den Ductus lymphaticus dexter.

3 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band III: Kreislaufsystem. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere. Parey, 2004.

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