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Schultergelenk (Veterinärmedizin)

Synonyme: Articulatio humeri, Buggelenk
Englisch: shoulder joint, glenohumeral joint

1 Definition

Das Schultergelenk, auch Articulatio humeri genannt, stellt in der Veterinärmedizin die gelenkige Verbindung zwischen Schulterblatt und Oberarm bei den Tieren dar.

2 Anatomie

Das Schultergelenk entspricht in seiner Anlage einem Kugelgelenk, Articulatio sphaeroidea, und ist somit vielachsig. Aufgrund bestimmter anatomischer Verhältnisse ist das Schultergelenk jedoch bei den Haussäugetieren als Wechselgelenk ausgebildet und somit einachsig. Da es aus zwei Gelenkskörpern besteht, wird es zudem zu den Articulationes simplex gezählt.

2.1 Knochen

Die beteiligten Gelenksflächen bilden die Cavitas glenoidalis der Scapula und die Facies articularis des Caput humeri. Die Gelenkspfanne kann zudem durch ein Labrum glenoidale (v.a. beim Fleischfresser) vergrößert sein.

2.2 Mechanik

Das Schultergelenk weist bei den Haussäugern eine Normalstellung von 110-125° auf. Es sind sowohl Flexions- (80°) bzw. Extensionsbewegungen (145°) in einer horizontal-transversalen Achse möglich, als auch, wenn auch nur geringfügig beim Fleischfresser, Adduktions- und Abduktionsausführungen in der horizontal-saggitalen Achse. Aufgrund der spärlichen Bandausstattung fungieren die Endsehnen des Musculus subscapularis und Musculus infraspinatus bzw. -supraspinatus als "aktive Bänder", weshalb auch nur Streck- bzw. Beugevorgänge im Gelenk möglich sind.

2.3 Bandapparat

2.4 Gelenkszusatz

Bei den Fleischfressern bildet die Gelenkkapsel ein Diverticulum (Kapselsehnenscheide) um die Ursprungssehne des Musculus biceps brachii, wobei es sich etwa 2 cm nach distal in den Sulcus intertubercularis erstreckt. Beim Rind und beim Pferd befindet sich an dieser Stelle ein Schleimbeutel, die Bursa intertubercularis. Bei Schweinen und einem Teil der Ziegen wird die Bizepssehne von einem Recessus intertubercularis unterlagert. Fleischfresser und Schafe besitzen hier eine intrakapsuläre Sehnenscheide, Vagina synovialis intertubercularis. Zusätzliche Einrichtungen:

3 Klinik

Im Falle von Luxationen verlagert sich in drei Viertel der Fälle beim Hund der Humeruskopf nach medial. Hierzu weisen manche Hunderassen (Pudel, Shelties) eine angeborene Instabilität im Gelenk auf.

Punktionen sind im Schultergelenk leicht durchführbar. So liegt die Punktionsstelle beim Hund einen Fingerbreit distal des Akromions in der Mulde vor der Pars acromialis des Musculus deltoideus. Hingegen findet man die Punktionsstelle beim Pferd und Rind am kranialen Rand der Sehne des Musculus infraspinatus, etwa eine Fingerbreite proximal des Tuberculum majus humeri.

4 Literatur

  • Salomon, Franz-Viktor, Hans Geyer, and Uwe Gille, eds. Anatomie für die Tiermedizin. Enke, 2015

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