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Larynxtubus

1 Definition

Der Larynxtubus ist ein medizinisches Hilfsinstrument, das zur Sicherung der Atemwege bei bewusstlosen Patienten eingesetzt wird.

2 Aufbau

Der Larynxtubus besteht aus einem Schlauch (Tubus), dessen Ende - anders als beim Endotrachealtubus - geschlossen ist. Er hat zwei Cuffs, einen grossen in der Mitte und ein kleineren am Ende des Tubus. Er ist in verschiedenen Größen vorhanden, welche abhängig von der Körpergröße eingesetzt werden.

3 Funktionsprinzip

Der Larynxtubus wird blind (also ohne Laryngoskop) eingeführt und deshalb fast immer automatisch im Ösophagus platziert. Nach dem Einführen werden beide Cuffs geblockt. Der grosse Cuff dichtet den Rachenraum ab, der andere den Ösophagus. Auf diese Weise kann kein Mageninhalt aspiriert werden. Zwischen den beiden Cuffs befindet sich eine Öffnung im Tubus, über welche die Luft in die Lunge gelangt.

4 Indikation

Der Larynxtubus ist eine Alternative zu konventionellen Intubation. Er wird häufig eingesetzt, wenn eine konventionelle Intubation misslingt oder im Rahmen der Reanimation.

5 Vor- und Nachteile

Im Rahmen der Reanimation liegt ein großer Vorteil des Larynxtubus darin, dass er gelegt werden kann während die Herzdruckmassage läuft. Die Anlage verläuft deutlich schneller und kann auch von ungeübten, unerfahrenen, nicht ärztlichem Personal durchgeführt werden. Rettungssanitäter, die zumeist zuerst vor Ort sind, können somit bis zum Eintreffen des Notarztes eine deutlich höherwertige Ventilation gewährleisten. Ebenso ist eine maschinelle Beatmung möglich, was das Rettungsteam entlastet. Bei einem sicher liegendem LT kann der Reanimationsalgorhythmus von 30:2 Kompressionen zu Beatmungen umgestellt werden zu einer durchgehenden Herzdruckmassage mit einer Beatmung mit der jeweils zehnten Kompression.

Der propagierte geringere Kostenfaktor relativiert sich, da eine Umintubation in der Klinik durchgeführt werden muss. Der Larynx-Tubus ist bei schwerem Schädel-Hirn-Trauma kontraindiziert, da durch den Druck der Cuffs auf das umliegende Gewebe der venöse Abfluss des Gehirns behindert wird und es zu einem Hirndruckanstieg mit Ödembildung kommen kann.

Ebenso zeigen neuere Studien, dass der Larynx-Tubus die Mortalität von Kindern in Reanimation erhöht. Dazu zeigt sich im Vergleich zur Maske-Beutel-Beatmung kein Unterschied im Aspirationsrisiko.

Ebenso zeigt sich, dass eine Fehllage des Tubus durch die früher gelehrte falsche "Sicherheit" der Methode häufig nicht erkannt wird.

Solche Fragen bitte bei DocCheck Ask loswerden. Da findest du Leute, die sich mit Anästhesie gut auskennen.
#2 am 21.06.2017 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt)
Ist es auch bei einer allgemeinen Respirationsinsuffizienz zum Beispiel bei einem kömatösen Patienten( sprich, keine Schutzreflexe) indiziert, einen EGA zu legen? Die Vorteile sind ja so oder so gleichbleibend, ebenso wie die Risiken. Oder anders gefragt, ist das einlegen eines EGA als Verfahren möglich ( Durchführung durch RS)?
#1 am 17.06.2017 von Maximilian Drescher (Rettungssanitäter)

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