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Koronarangiografie

Synonyme: Koronarangiographie, Konventionelle Koronarangiografie, Selektive Koronarangiografie
Englisch: coronary angiography

1 Definition

Die Koronarangiografie ist ein bildgebendes Verfahren, das mit Hilfe von Kontrastmitteln den Innenraum (Lumen) der Koronararterien (Herzkranzgefäße) sichtbar macht. Die Untersuchung wird mit Hilfe eines Linksherzkatheters durchgeführt. Es handelt sich also um ein invasives Verfahren.

Das Untersuchungsergebnis nennt man Koronarangiogramm.

2 Ablauf

Nachdem der Linksherzkatheter in der Aorta ascendens in die richtige Position gebracht wurde, wird schubweise ein Kontrastmittel durch den Katheter injiziert, das sich in den Koronararterien verteilt. Den Injektionsvorgang und die Perfusion der Koronararterien dokumentiert man mittels Röntgen-Durchleuchtung. Er wird auf Video, DVD oder CD-ROM gespeichert und anschließend analysiert.

3 Aussagekraft

Die konventionelle Koronarangiografie ist derzeit (Stand 2015) noch die Methode mit der höchsten Aussagekraft bei atherosklerotischen Veränderungen der Koronararterien.

4 Beurteilung

Die klinische Beurteilung der mittels der Koronarangiografie erfassten Koronardurchblutung erfolgt zum Beispiel mit Hilfe der TIMI-Klassifikation.

5 Risiken

Als invasive Methode ist die Koronarangiografie nicht ohne Risiken. Zu ihnen gehören unter anderem:

Dazu kommen unspezifische Risiken wie Hämatom, Nachblutung, verzögerte Wundheilung oder Infektion.

Bei lege artis durchgeführter Technik ist die Häufigkeit schwerwiegender Komplikationen relativ gering und liegt in spezialisierten Zentren meist unter 1 %. Als Qualitätskennzahl wird die Anzahl der schweren kardialen und zerebrovaskulären Komplikationen (MACCE) verwendet.

Die Koronarangiografie erzeugt durch die Dauer der Untersuchung eine vergleichsweise hohe Strahlenbelastung.

6 Alternativen

Als Alternative zum konventionellen Vorgehen kommt die so genannte "virtuelle" Koronoarangiografie in Betracht. Hier werden 2 Verfahren eingesetzt:

Der Vorteil dieser Methoden liegt darin, dass sie nicht-invasiv, d.h. deutlich risikoärmer sind. Beim Kardio-MRT kommt noch die geringere Strahlenbelastung hinzu. Die Aussagekraft der Untersuchungen wird unterschiedlich beurteilt, so dass sie zur Zeit (2013) in Deutschland vor allem als Filteruntersuchungen zum Einsatz kommen. Mit zunehmender Verbesserung der Bildauflösung, insbesondere des MRT, werden sie die konventionelle Technik jedoch zunehmend verdrängen.

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