Kompressionsverband
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LoslegenEnglisch: compression bandage
Definition
Ein Kompressionsverband ist ein textiler, elastischer Wickelverband, der durch dosierten Druck auf das Gewebe therapeutisch wirkt. Es werden verschiedene Kompressionstechniken (Pütter-, Fischer-, Kornährenverband) unterschieden.[1]
Wirkungsweise
Die Kompression des Gewebes hat folgende Wirkungen:
- Einengung der epifaszialen Venen mit Wiederherstellung der Klappenfunktion
- Steigerung des Gewebedruckes mit höherer Resorption der Gewebsflüssigkeit in die Lymphgefäße
- Verbesserung der Muskelpumpe (durch Verstärkung des Widerlagers für die Muskulatur)
Indikationen
Ein Kompressionsverband kann unter anderem bei folgenden Indikationen angelegt werden:
- Ödeme
- primäre Varikosis
- Thrombophlebitis
- postthrombotisches Syndrom
- Ulcus cruris
- Zustand nach Varizen-Operation
Kontraindikationen
Kontraindikationen sind:
- fortgeschrittene PAVK
- dekompensierte Herzinsuffizienz
- septische Phlebitis
- fortgeschrittene Polyneuropathie
Material
Für das Anlegen eines Kompressionsverbandes werden Kurzzugbinden, Verbandsklammern oder Heftpflaster, eine Schere und ggf. Polstermaterial benötigt. Für den Unterschenkel verwendet man 2 Stück 8 cm breite Kompressionsbinden, für den Oberschenkel 2 Stück 10 cm breite Kompressionsbinden.
Vorgehen
Nach hygienischer Händedesinfektion werden die benötigten Materialien vorbereitet und der Patient in Rückenlage gelagert. Zu Beginn müssen die Extremitäten hochgehalten oder ggf. herzwärts ausgestrichen werden, um einen venösen Blutstau zu beseitigen. Knochenvorsprünge wie Schienbein und Knöchel sowie Mulden wie die Kniekehle können entsprechend gepolstert werden. Der Fuß sollte im Sprunggelenk in 90°-Stellung gebracht werden. Beim Umwickeln wird die Ferse miteingewickelt, da es sonst zu einem Fensterödem kommen kann. Die Kompression nimmt von distal nach proximal gleichmäßig ab. Beim Anwickeln wird die Binde bis zu 3/4 der maximalen Dehnungsfähigkeit gedehnt. Jede Binde überlappt die nächste etwa zur Hälfte. Bei Gelenken kann in Form einer 8 um das Gelenk gewickelt werden, um eine Faltenbildung zu vermeiden (Kornährenverband). Die Zehen müssen beim Anlegen des Verbandes stets frei gelassen werden. Im Anschluss ist nach DMS-Schema die Durchblutung, Motorik und Sensibilität zu kontrollieren.
Komplikationen
Mögliche Komplikationen sind:
- Blässe oder Zyanose der Zehen
- sensible oder motorische Störungen
- Schwellung der Zehen
Quelle
- ↑ Deutsche Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie (DGPL). S2k-Leitlinie Medizinische Kompressionstherapie der Extremitäten mit Medizinischem Kompressionsstrumpf (MKS), Medizinischem Kompressionsverband (MKV) und Medizinischen adaptiven Kompressionssystemen (MAK). AWMF-Registernummer 037-005. 2026.