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Jeune-Syndrom

Synonyme: asphyxierende Thoraxdysplasie, Thorako-pelviko-phalangeale Dystrophie

1 Definition

Beim Jeune-Syndrom handelt es sich um ein autosomal-rezessiv vererbtes Fehlbildungssyndrom, das mit Kurzrippen-Dysplasie, mit einem engen Thorax, kurzen Extremitäten und weiteren Skelettfehlbildungen einhergeht.

2 Ätiologie

Die auslösenden molekularen Mechanismen sind zur Zeit (2017) noch nicht endgültig verstanden. Am Jeune-Syndrom beteiligte Gene sind:

Diese Gene kodieren Proteine von Flagellen. Ein Flagellum ist z.B. für die Fortbewegung der Zellen mitverantworlich. Folglich wird das Jeune-Syndrom zu den Ziliopathien gezählt.

3 Klinik

Die Ausprägung der Symptome ist variabel. Das Knochenwachstum kann auch annähernd normal sein. Typische Merkmale des Jeune-Syndroms sind:

3.1 Seltene Komplikationen

4 Diagnose

Das Jeune-Syndrom kann schon pränatal mittels Pränataldiagnostik und Ultraschall oder bei der Geburt diagnostiziert werden. Hinweise nach der Geburt gibt schon die klinische Untersuchung und der dabei feststellbare enge Thorax und unter Umständen auch die verkürzten Extremitäten. Weitere Diagnostik zur Detektion der Fehlbildungen und möglicher Organbeteiligungen:

5 Therapie

Das therapeutische Vorgehen hängt von der Ausprägung der Symptome ab. Bei erheblicher Beeinträchtigung der Atmung kann bei Geburt eine unterstützende Beatmung notwendig sein. Evtl. auftretende Atemwegsinfektionen müssen schnellst möglich therapiert werden. Wenn die Kinder überleben, erholt sich die Lungenfunktion in der Regel mit dem Wachstum.

Weiterhin ist es möglich, eine Sternotomie mit anschließendem Einbau einer Prothese durchzuführen, um so den Thoraxdurchmesser zu vergrößern und eine bessere Ausdehnung der Lunge im Thorax zu ermöglichen.

Die Skelettfehlbildungen können im Verlauf des Lebens, wenn nötig, operativ korrigiert werden. Bei Organbeteiligung können weitere therapeutische Maßnahmen notwendig werden.

6 Prognose

Die Prognose variiert erheblich mit dem Ausmaß der Krankheits- und Symptomausprägung. Die erhöhte Morbidität und Mortalität ist vor allem auf Atemwegskomplikationen zurückzuführen.

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