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Hungerstoffwechsel

1 Definition

Als Hungerstoffwechsel wird der katabol veränderte Stoffwechsel bei Nahrungsmangel bezeichnet (z.B. beim Fasten, Nulldiät).

2 Physiologie

Durch den Nahrungsmangel bzw. Nährstoffmangel entsteht eine katabole, d.h. die Energiereserven des Körpers aufzehrende Stoffwechsellage. Nach etwa acht bis zehn Tagen wird der Grundumsatz gesenkt und das Stoffwechselgeschehen verlangsamt sich. Nacheinander werden zur Deckung des Energiebedarfs Energievorräte in Form von Kohlenhydraten (z.B. Glykogen), Fetten (z.B. subkutanes Fettgewebe) und letztlich auch Proteinen (z.B. Muskulatur) abgebaut.

Täglich werden etwa 150 g Triglyceride (Körperfett) aus dem Fettgewebe zu Fettsäuren und Glycerin abgebaut. Der größte Teil wird für die Energieversorgung von Muskeln, Herz und Nieren benötigt.

Über die Gluconeogenese (Aufbauweg für Glucose) kann aus dem Muskeleiweiß (Aminosäuren) Energie für das Gehirn gewonnen werden, das nur Glucose und einige wenige andere Stoffe (z.B. Ketonkörper aus der Ketogenese) zur Energiegewinnung verwenden kann.

Nach 2-4 Tagen ist typischerweise eine Reduktion der Harnstoffkonzentration im Urin festzustellen. Das ist auf die Adaptation des Gehirns zurückzuführen: Unter normalen Umständen verwerten Neurone vor allem Glucose. Bei anhaltender Nahrungskarenz erfolgt aber eine Umstellung zur Ketonkörperoxidation. In der Folge sinkt die Gluconeogenese-Aktivität der Leber, sodass weniger Aminosäuren verstoffwechselt werden müssen. Auf diesem Weg kann das Gehirn innerhalb von 2-3 Wochen bis zu 75% seines Energiebedarfs über Ketonkörper decken. Der verringerte Aminosäurenabbau dient letztlich dazu, den Tod durch multiples Organversagen weitmöglichst hinauszuzögern.

Es gibt mit steigender Dauer des Hungerns eine Vielzahl von negativen Veränderungen im Stoffwechsel. Unter anderem entsteht über die vermehrte Synthese von Ketonkörpern eine metabolische Azidose, aus dem vermehrten Zellabbau im Rahmen des Hungerstoffwechsels kann eine Gicht entstehen.

Eine Nulldiät sollte nur unter ärztlicher Aufsicht und nicht länger als 100 Tage angewendet werden.

Diese Seite wurde zuletzt am 28. Januar 2021 um 20:41 Uhr bearbeitet.

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