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Hungerstoffwechsel

1 Definition

Als Hungerstoffwechsel wird der katabol veränderte Stoffwechsel bei Nahrungsmangel bezeichnet (z.B. beim Fasten, Nulldiät).

2 Physiologie

Durch den Nahrungsmangel bzw. Nährstoffmangel entsteht eine katabole, d.h. die Energiereserven des Körpers aufzehrende Stoffwechsellage. Nach etwa acht bis zehn Tagen wird der Grundumsatz gesenkt und das Stoffwechselgeschehen verlangsamt sich. Nacheinander werden zur Deckung des Energiebedarfs Energievorräte in Form von Kohlenhydraten (z.B. Glykogen), Fetten (z.B. subkutanes Fettgewebe) und letztlich auch Proteinen (z.B. Muskulatur) abgebaut.

Täglich werden etwa 150g Triglyceride (Körperfett) aus dem Fettgewebe zu Fettsäuren und Glycerin abgebaut. Der größte Teil wird für die Energieversorgung von Muskeln, Herz und Nieren benötigt.

Über die Gluconeogenese (Aufbauweg für Glucose) kann aus dem Muskeleiweiß (Aminosäuren) Energie für das Gehirn gewonnen werden, welches nur Glucose und einige wenige andere Stoffe (z.B. Ketonkörper aus der Ketogenese) zur Energiegewinnung verwenden kann.

Es gibt mit steigender Dauer des Hungerns eine Vielzahl von negativen Veränderungen im Stoffwechsel. Unter anderem entsteht über die vermehrte Synthese von Ketonkörpern eine metabolische Azidose, aus dem vermehrten Zellabbau im Rahmen des Hungerstoffwechsels kann eine Gicht entstehen.

Eine Nulldiät sollte nur unter ärztlicher Aufsicht und nicht länger als 100 Tage angewendet werden.


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