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Eisensupplementation

(Weitergeleitet von Eisensubstitution)

Synonym: Eisensubstitution

1 Definition

Als Eisensupplementation bezeichnet man die Gabe von Eisen zur Prophylaxe oder Therapie eines Eisenmangels.

2 Formen

Die Eisensupplementation kann oral oder parenteral erfolgen.

2.1 Orale Eisensupplementation

Die orale Eisensupplementation erfolgt meist durch Einnahme von Kapseln oder Tabletten. Oral gegebenes Eisen verfügt über eine stark schwankende Bioverfügbarkeit, die unter anderem von der Wertigkeit des Eisens (Fe2+ oder Fe3+), von der Nahrungsmittelaufnahme und vom Grad des Eisenmangels abhängt. Zweiwertiges Eisen (Fe2+) ist besser löslich und hat daher eine höhere Bioverfügbarkeit als dreiwertiges Eisen (Fe3+). Die Resorption erfolgt hauptsächlich im Dünndarm, vor allem im Duodenum und proximalen Jejunum.

Orale Eisenpräparate enthalten unterschiedliche Eisenverbindungen, z.B.:

Die Einnahme der Präparate sollte mindestens eine halbe Stunde vor oder zwei Stunden nach den Mahlzeiten mit einem Glas Vitamin C-haltigem Saft erfolgen. Vitamin C fördert die enterale Eisenaufnahme. Nahrungsmittel wie Kaffee, Tee oder Milch, Nahrungsergänzungsmittel (z.B. Vitamin E-Präparate) und Arzneimittel wie Antazida oder Tetrazykline setzen die Bioverfügbarkeit herab.

Die Eisengabe muss in der Regel mindestens über 3 Monate erfolgen, da sich die Eisenspeicher nur langsam füllen. Unter der Einnahme kann es zu gastrointestinalen Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Obstipation kommen. Auch Dunkelfärbungen des Stuhls können auftreten, die aber unbedenklich sind.

2.2 Parenterale Eisensupplementation

Eine Alternative zur oralen Eisensupplementation ist die intravenöse oder intramuskuläre Injektion oder die intravenöse Infusion eisenhaltiger Lösungen. Sie wird meist eingesetzt, wenn klinisch eine rasche Substitution notwendig ist oder die orale Therapie nicht ausreicht bzw. nicht möglich ist.

Früher wurde Eisen-Dextran zur parenteralen Substitution eingesetzt - diese Verbindung ist jedoch heute (2014) in Deutschland nicht mehr zugelassen. Statt dessen werden Komplexverbindungen eingesetzt, die dreiwertiges Eisen enthalten, z.B.:

Die kumulative Gesamtdosis des verabreichten Eisenpräparats sollte individuell berechnet werden und darf nicht überschritten werden. Hierzu eignet sich die Ganzoni-Formel. Die Verabreichung einer höheren als der berechneten kumulativen Gesamtdosis kann zu einer Eisenüberladung führen.

Die intravenöse Injektion von Eisenpräparaten muss darüber hinaus langsam erfolgen. Bei zu schneller Injektion kann es zu einer Überschreitung der Bindungskapazität des freien Serum-Transferrins und damit zur Freisetzung von toxisch wirkenden, freien Eisenionen kommen.

Als Nebenwirkungen können unter anderem Kopfschmerzen, Hypotonie und Tachykardie auftreten.

3 Hinweis

Durch Eisengabe bei bestehender Eisenmangelanämie wird die Erythropoese stark gesteigert. Dadurch kann ein Vitamin B12-Mangel oder Folsäuremangel aufgrund des erhöhten Bedarfs auftreten.

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