Fishbane-Reaktion
nach dem US-amerikanischen Nephrologen Steven Fishbane
Synonyme: akute Eisenreaktion, transiente Infusionsreaktion auf intravenöses Eisen
Englisch: Fishbane reaction
Definition
Als Fishbane-Reaktion bezeichnet man eine akute, gutartige und selbstlimitierende Infusionsreaktion, die im zeitlichen Zusammenhang mit der intravenösen Gabe von Eisenpräparaten auftreten kann. Sie ist nicht immunologisch bzw. allergisch vermittelt und daher nicht mit einer Anaphylaxie gleichzusetzen. Klinisch ist sie relevant, da sie relativ häufig auftritt und bei Fehlinterpretation zu unnötigem Therapieabbruch führen kann.
Pathophysiologie
Die genaue Pathophysiologie ist derzeit (2026) nicht abschließend geklärt. Vermutet wird eine vorübergehende Wirkung von freiem, nicht an Transferrin gebundenem Eisen, das nozizeptive und vasomotorische Effekte auslösen kann.
Symptomatik
Typischerweise treten wenige Minuten nach Beginn der Infusion plötzlich einsetzende Rücken-, Schulter- oder Thoraxschmerzen sowie Myalgien oder Arthralgien auf. Hautreaktionen, Bronchospasmus, Hypotonie oder Kreislaufinstabilität fehlen.
Diagnostik
Die Diagnose wird klinisch gestellt und ergibt sich aus dem typischen Beschwerdebild bei stabilen Vitalparametern. Im Gegensatz zur Anaphylaxie fehlen respiratorische Symptome, Hautbeteiligung (z.B. Urtikaria) sowie ein Blutdruckabfall.
Laborchemische Marker einer allergischen Reaktion sind in der Regel unauffällig. Eine allergologische Abklärung ist nicht erforderlich.
Therapie
Die Eiseninfusion sollte zunächst kurzzeitig pausiert werden; die Beschwerden klingen meist spontan innerhalb weniger Minuten ab. Anschließend kann die Infusion in reduzierter Geschwindigkeit fortgesetzt werden. Bei Bedarf können Analgetika eingesetzt werden.
Antihistaminika, Glukokortikoide oder Adrenalin sind nicht indiziert.
Prognose
Die Prognose ist gut. Weitere Eiseninfusionen sind in der Regel problemlos möglich.