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Cystoisospora

Synonym: Isospora (veraltet)

1 Definition

Cystoisospora ist eine Gattung der Eimeriidae und Auslöser der Isosporose des Menschen, der Cystoisosporose des Schweines und des Fleischfressers.

2 Taxonomie

3 Erreger

Beim Mensch sind zwei humanpathogene Arten bekannt:

Beim Hund sind drei Cystoisospora-Arten bekannt:

Bei der Katze parasitieren zwei Cystoisospora-Arten:

Beim Schwein ist Cystoisospora suis ein Erreger des typischen Ferkeldurchfalls.

4 Entwicklung

Cystoisospora-Arten können sich in einem direkten und fakultativ in einem indirekten Zyklus entwickeln. Bei der direkten Entwicklung infizieren sich die Endwirte durch perorale Aufnahme sporulierter Oozysten. Anschließend vollziehen sie eine intestinale Entwicklung, die auf ähnliche Weise abläuft wie bei Eimeria-Arten. Im Gegensatz zu diesen finden die Merogonien in Zellen der Darmschleimhaut in Form von Endodyogenien (aus einer Mutterzelle entstehen zwei Tochterzellen) oder Endopolygenien (aus einer Mutterzelle entstehen vermutlich 32 Tochterzellen) statt. Die Präpatenz schwankt zwischen 5 und 10 Tage.

Bei der fakultativ indirekten Entwicklung sind paratenische Wirte eingeschaltet, wie z.B. Nagetiere, Wiederkäuer, Schweine und Kaninchen. Diese Stapelwirte beherbergen die Ruhestadien der Parasiten. Nachdem die Stapelwirte bereits sporulierte Oozysten aufgenommen haben, befallen die Sporozoiten die Peyer'schen Platten im Darm oder extraintestinale Gewebe wie Lymphknoten, Milz, Leber, Lunge und Skelettmuskulatur. Die Sporozoiten dringen dabei in Zellen ein und verweilen dort - ohne sich zu teilen - in einer parasitophoren Vakuole. Diese Ruhestadien werden auch Dormozoiten genannt und bleiben im paratenischen Wirt mindestens 2 Jahre lang infektiös. Sie setzen ihre Entwicklung erst dann fort, wenn sie mit einem Beutetier oder mit roher Fleischnahrung in einen definitiven Wirt gelangt sind. Im Endwirt angekommen, verläuft die Infektion wie nach der Aufnahme sporulierter Oozysten (direkte Entwicklung), doch kann die Präpatenz verkürzt sein. Dormozoiten stellen nur für spezifische Endwirte (z.B. Caniden oder Feliden) Infektionsstadien dar, nicht aber für Stapelwirte.

5 Vorkommen

Cystoisospora-Arten sind weltweit verbreitet. Sie führen besonders bei Jungtieren zu Infektionen und treten gehäuft in Zwingern, Zoos oder Tierheimen auf, wo die Oozysten bei ausreichender Feuchtigkeit monatelang infektiös bleiben können. Unter günstigen Bedingungen kann es zu hochgradigem Befall der Würfe kommen.

Das Verfüttern von rohem Frischfleisch stellt eine weitere Infektionsquelle dar. Ältere Tiere scheiden in der Regel nur sporadisch Oozysten aus, weshalb die niedrigen Prävalenzen von 2 bis 5 % (Querschnittsuntersuchungen) erklärt werden können. Verlaufsuntersuchungen von Jungtieren ergaben jedoch, dass mehr als 90 % der Jungtiere Oozysten auschieden.

Aufgrund der strengen Wirtsspezifität der Cystoisospora-Arten sind wechselseitige Übertragungen zwischen Hund und Katze ausgeschlossen.

6 Erkrankungen

Eine gering- bis mittelgradige Infektion mit Cystoisospora-Arten verläuft bei jungen Hunden inapparent. Ein stärkerer Befall führt bei Hundewelpen v.a. in den ersten 3 bis 4 Lebenswochen zu Diarrhö, Erbrechen, Anorexie, Apathie, Wachstumsstörungen, Fieber und wässrigen, selten auch blutigen Kot. Erkrankte Tiere erholen sich meist nach einer Woche, Todesfälle sind selten. Katzen zeigen einen ähnlichen Krankheitsverlauf.

Eine Cystoisospora-Infektion beim Schwein führt zu wässriger, weißlicher bis gelblicher und übelriechender Diarrhö. Ein solches klinisches Bild wird am häufigsten bei 5 bis 15 Tagen alten Ferkel beobachtet. Abhängig vom Befallsgrad ist der Durchfall mit Exsikkose und Abmagerung vergesellschaftet, die in seltenen Fällen auch bis zum Tod führen können.

7 Literatur

  • Eckert, Johannes, Friedhoff, Karl Theodor, Zahner, Horst, Deplazes, Peter. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Enke-Verlag, 2008.
  • Boch, Josef, Supperer, Rudolf. Veterinärmedizinische Parasitologie. 6. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Parey Verlag, 2005

8 Links

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