Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
Bearbeiten

Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.

Liebe Autoren,

Wir sind auf der Suche nach Schnee in Richtung Nordpol gefahren. Deswegen steht das Flexikon vom 14.12. bis 10.01.2019 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 10. Januar könnt ihr wieder mit voller Kraft losschreiben.

Unser Tipp: Genießt die Zeit mit der Familie! Wir wünschen euch fröhliche Feiertage!

Bis bald
Euer Flexikon-Team

Contusio cordis

Synonyme: Herzprellung, Herzkontusion, Myokardkontusion
Englisch: heart contusion, myocardial contusion

1 Definition

Unter dem Begriff Contusio cordis versteht man die Kontusion (Prellung) des Herzens im Rahmen eines Thoraxtraumas.

2 Epidemiologie

Die Contusio cordis betrifft ungefähr jeden siebten Patienten mit stumpfem Thoraxtrauma.

3 Ätiopathogenese

Die Contusio cordis entsteht in der Regel im Rahmen eines Thoraxtraumas. Dabei wird das Myokard durch den hohen Druck geschädigt, was zu einer Beeinträchtigung der Füllung des Herzens in der Diastole und zu einer Beeinträchtigung des Auswurfs in der Systole führt.

Bei ausgeprägter Kontusion sind ein kardiales Pumpversagen, ein kardiogener Schock aufgrund der Funktionsstörung mit erniedrigter Ejektionsfraktion und der Tod des Patienten möglich.

4 Klinik

Die Klinik ist abhängig von der Schwere der Verletzung und variiert damit von Patient zu Patient. Bei leichteren Formen der Kontusion kann der Patient vollkommen asymptomatisch bleiben, während ausgeprägte Schädigungen des Myokards zur Herzinsuffizienz, zu Herzrhythmusstörungen (unter Umständen auch Kammerflimmern), zur Ischämie und auch zum kardialen Schock und Tod führen können.

5 Differenzialdiagnose

Differenzialdiagnostisch sollte an eine Herzbeuteltamponade, an eine Lungenembolie, einen Myokardinfarkt, einen Spannungspneumothorax und an eine dekompensierte Herzinsuffizienz gedacht werden.

6 Diagnostik

Bei anamnestisch bekanntem Thoraxtrauma sollte an die Möglichkeit einer Contusio cordis gedacht werden. Mehr oder weniger ausgeprägte Symptome können auf die Diagnose hinweisen.

Im EKG werden häufig unspezifische Erregungsrückbildungs- und Erregungsüberleitungsstörungen beobachtet. Veränderungen, wie sie bei einem Myokardinfarkt beobachtet werden (z.B. ST-Senkung), sind ebenfalls möglich und werden durch transmurale Hämatome oder Spasmen im Bereich der Koronararterien hervorgerufen.

Weiterhin sollte eine Echokardiographie durchgeführt werden, bei der in vielen Fällen Wandbewegungsstörungen beobachtet werden.

Wichtig ist ebenfalls die Sonographie des Abdomens, um eine ausgeprägte Blutung und einen möglicherweise noch nicht erkannten hämorrhagischen Schocks auszuschließen.

Die Abnahme der Muskel- und Herzmuskelenzyme, LDH-Anstieg, Myoglobin, Troponin I und Troponin T, CK und CK-MB dient der Verlaufskontrolle.

7 Therapie

Bei asymptomatischen Patienten mit Verdacht auf Kontusion sollte eine Beobachtung über mindestens 24 Stunden erfolgen. Die Behandlung von Patienten mit ausgeprägter Kontusion erfolgt intensivmedizinisch und symptomorientiert (z.B. durch Intubation und Beatmung, medikamentöse Behandlung der Herzinsuffizienz und der Herzrhythmusstörungen).

8 Prognose

Die Prognose ist abhängig von der Schwere der Verletzung. In den meisten Fällen ist die Contusio cordis reversibel.

siehe auch: Herzverletzung, Commotio cordis, Compressio cordis

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

6 Wertungen (3 ø)

36.779 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2018 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: