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Askaridenobstipation (Pferd)

Synonyme: Askariden-Obstipation, Askariden-Verstopfung, Spulwurmobstipation
Englisch: ascarid impaction

1. Definition

Unter einer Askaridenobstipation versteht man eine Obstipation (Verstopfung) des Dünndarms aufgrund einer hohen Wurmbürde beim Pferd.

2. Vorkommen

Obstipationen aufgrund einer hohen Wurmbürde betreffen vor allem Fohlen und jungen Pferde.

3. Ätiologie

Askaridenobstipationen betreffen hauptsächlich Fohlen bzw. Tiere mit einem ungenügenden Entwurmungsmanagement. In der Mehrheit der Fälle führen Parasiten aus der Ordnung Ascaridida (insbesondere Parascaris equorum) zu einer Obstipation des Dünndarms.

3.1. Erreger

Parascaris equorum ist ein großer, gelb erscheinender Nematode (Rundwurm), der im adulten Stadium bis zu 40 cm (Weibchen) lang werden kann. Die Eier sind kugelig, dickschalig, braun und zwischen 90 und 100 µm groß.

Eine Infektion erfolgt durch die perorale Aufnahme larvenhaltiger Eier. Die Larven schlüpfen dann im Magen und Darm des Wirtes und siedeln sich vorwiegend im Jejunum an.

3.2. Pathogenese

Durch ein ungenügendes Entwurmungsmanagement kommt es zur massiven Vermehrung von Endoparasiten, wobei sowohl lebende als auch tote Würmer eine Verlegung des Dünndarms verursachen können. Vor allem durch den Einsatz anthelmintischer Wirkstoffe (z.B. Ivermectin) kommt es zum plötzlichen Absterben zahlreicher Würmer, die dann das Lumen des Dünndarms verstopfen. Dabei sind aufgrund anatomischer Besonderheiten v.a. das Ileum und der ileocaecale Übergang als Prädilektionsstellen betroffen.

4. Klinik

Betroffene Pferde zeigen meist plötzlich einsetzende und stark ausgeprägte Koliksymptome - oftmals nach der Verabreichung anthelmintischer Medikamente. Die Symptome ähneln jenen anderer obstruktiver Erkrankungen des Dünndarms (z.B. Epiploic foramen entrapment). Oftmals kann auch ein spontaner Reflux beobachtet werden, wobei der rückfließende Mageninhalt auch tote Würmer enthalten kann.

Die Symptome können variieren und hängen sowohl von der Lokalisation als auch vom Schweregrad der partiellen oder vollständigen Obstruktion ab.

5. Diagnose

Die Diagnose wird anhand der Anamnese, der klinischen Untersuchung und der Symptome gestellt. Mithilfe einer transabdominalen Ultraschalluntersuchung lassen sich oftmals multiple dilatierte Dünndarmschlingen nachweisen.

6. Therapie

Erkrankte Pferde müssen initial mit Analgetika und Infusionen behandelt werden. Beim Versagen konservativer Therapieversuchen ist eine Laparotomie durchzuführen. Die Obstruktion kann dabei entweder manuell ausmassiert oder mittels Enterotomie und Entfernen der Würmer behoben werden.

7. Prognose

Die Prognose ist grundsätzlich gut, jedoch bei hypovolämischen sowie septischen Fohlen eher ungünstig.

8. Literatur

  • Stephen M. Reed, Warwick M. Bayly, Debra C. Sellon. Equine internal medicine. 4th edition. Elsevier, 2018.
  • Eckert, Johannes, Friedhoff, Karl Theodor, Zahner, Horst, Deplazes, Peter. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Enke-Verlag, 2008.

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21.03.2024, 08:50
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