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Anisakis simplex

1 Definition

Als Anisakis simplex bezeichnet man einen Nematoden (Rundwurm) der Familie Anisakidae. Als Zoonoseerreger befällt er neben Tieren auch den Menschen (Anisakiasis).

2 Taxonomie

3 Erreger

Die adulten Stadien von Anisakis simplex werden bis zu 20 cm lang. Die Männchen messen zwischen 3 und 13 cm, die Weibchen zwischen 4 und 20 cm.

Die Parasiten leben im Magen und Dünndarm von Fischen.

4 Entwicklung

Nach heutigem (2019) Kenntnisstand läuft die Entwicklung von Anisakis simplex wie folgt ab: Die Weibchen legen die Eier im Verdauungstrakt der Wirt ab, die mit dem Kot ins Meerwasser gelangen. In den Eiern entwickeln sich anschließend die bescheideten Drittlarven (L3), die ausschlüpfen und von Zwischenwirten (Krebsen, wie z.B. Garnelen) aufgenommen werden. In den Zwischenwirten verlieren sie ihre Scheide, wachsen auf eine Länge von etwa 20 mm heran und erreichen Infektiosität für paratenische Wirte und Endwirte.

Durch den Verzehr infizierter Zwischen- oder Stapelwirte (z.B. Copepoda) infizieren sich Fische mit dem Parasiten. In diesen gehen die Larven in die Leibeshöhle über, um sich zwischen den Eingeweiden, in der Leber und in der Muskulatur abzukapseln. Neben Fische können auch Tintenfische von den Parasiten befallen werden. Paratenische Wirte können auch Drittlarven durch den Verzehr anderer paratenischer Wirte (Fische, Tintenfische) aufnehmen.

Nachdem geeignete Endwirte infizierte Zwischen- oder Stapelwirte verzehrt haben, siedeln sich die Nematoden direkt im Magen oder Darm an. Über zwei Häutungsschritte entwickeln sich die Larven bis zur Geschlechtsreife. Die Entwicklung kann bei tiefen Temperaturen (um 5 °C) stattfinden. Die Drittlarven können ihm kühlen Meerwasser bis zu 3 Monate überleben.

5 Epidemiologie

Anisakis simplex-Larven konnten bislang in über 150 Fischarten und in Tintenfischen nachgewiesen werden. In norwegischen Gewässern waren 1998 97 % der Pollaks, 92 % der Dorsche und 60 % der Rotbarsche mit Anisakis simplex befallen.

6 Zoonose

Durch den Verzehr von unzureichend zubereitetem Seefisch können auch Menschen mit Anisakis-simplex-Larven infiziert werden. Die lebenden Larven dringen in die Magen- oder Darmwand ein und bilden dann tumorähnliche eosinophile Granulome aus, die zu entsprechenden Symptomen führen: Abdominalschmerzen, Erbrechen, Fieber und allergische Reaktionen.

7 Literatur

  • Eckert, Johannes, Friedhoff, Karl Theodor, Zahner, Horst, Deplazes, Peter. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Enke-Verlag, 2008.

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