Androgen
Trainier deine Lernmuskeln!
Mit Flash Cards, Quiz und mehr
LoslegenEnglisch: androgen
Definition
Androgene sind synthetische oder natürliche Geschlechtshormone. Sie steuern beim Mann die Entwicklung der männlichen Geschlechtsmerkmale sowie zahlreiche metabolische und neuroendokrine Vorgänge bei beiden Geschlechtern.
Biochemie
Androgene sind Steroidhormone, die aus Cholesterin synthetisiert werden. Sie entfalten ihre Wirkung über intrazelluläre Androgen-Rezeptoren. Nach Ligandenbindung wirkt der Rezeptor als Transkriptionsfaktor und reguliert die Expression androgenabhängiger Gene.
Die Biosynthese erfolgt vor allem in den Leydig-Zellen des Hodens, in der Zona reticularis der Nebennierenrinde sowie bei der Frau zusätzlich in den Ovarien. Wichtige Vorstufen sind Dehydroepiandrosteron (DHEA) und Androstendion, aus denen u.a. Testosteron gebildet wird. Testosteron wird in Zielgeweben durch die 5α-Reduktase in Dihydrotestosteron (DHT) umgewandelt, das eine höhere Affinität zum Androgen-Rezeptor besitzt.
Ein Teil des Testosterons wird durch die Aromatase zu Estradiol metabolisiert. Im Blut sind Androgene überwiegend an Sexualhormon-bindendes Globulin (SHBG) und Albumin gebunden; nur der freie bzw. bioverfügbare Anteil ist biologisch wirksam.
Substanzen
Physiologie
Androgene kommen nicht nur bei Männern, sondern auch bei Frauen vor. Bei beiden Geschlechtern regulieren sie den Knochenstoffwechsel, die Muskelmasse, die Erythropoese und das Haarwachstum. Darüber hinaus haben sie einen erheblichen Einfluss auf psychische Funktionen wie Antrieb, Stimmung und Libido.
Beim Mann beeinflussen Androgene die Entwicklung der männlichen primären und sekundären Geschlechtsmerkmale und fördern die Spermatogenese.
Klinik
Ein Androgenmangel führt beim Mann zum Hypogonadismus und ggf. zur Infertilität. Bei entsprechender genetischer Disposition lösen Androgene eine androgenetische Alopezie aus.
Androgene spielen ferner eine zentrale Rolle bei der Entstehung der benignen Prostatahyperplasie (BPH). Die Bindung von DHT an den Androgen-Rezeptor stimuliert das Wachstum von Stromazellen und Drüsenepithel der Prostata. Therapeutisch kommen daher unter anderem 5α-Reduktasehemmer wie Finasterid oder Dutasterid zum Einsatz.
Ein Überschuss an Androgenen kann bei Frauen zu einer Hyperandrogenämie mit Hirsutismus, Akne, Alopezie oder Zyklusstörungen führen. Häufige Ursache ist das polyendokrine metabolische Ovarialsyndrom (PMOS).
Mutationen des Androgen-Rezeptors sind die Ursache einer Androgenresistenz.