Acetylcystein
Handelsnamen: ACC, Acemuc®, Acetyst® u.a.
Synonyme: NAC, Mercaptursäure (obsolet)
Englisch: acetylcysteine
Inhaltsverzeichnis |
1 Definition [bearbeiten]
Das Arzneimittel Acetylcystein wird in der Pharmakologie hauptsächlich als Expektorans oder Antidot verwendet, kann jedoch auch andersweitig eingesetzt werden.
2 Wirkmechanismen [bearbeiten]
2.1 Wirkmechanismus als Expektorans [bearbeiten]
Acetylcystein gehört grundsätzlich zur Gruppe der Expektorantien, deren Funktion es ist, bei diversen Atemwegserkrankungen (z.B. Bronchitis, COPD, Mukoviszidose), die mit bronchialer Schleimbildung einhergehen, die Schleimlösung durch Verflüssigung zu fördern.
Während einer Atemwegserkrankung entsteht in den Bronchien eines Menschen Sekret, welches aus Mucopolysaccharidfasern aufgebaut ist. Diese Fasern werden ihrerseits durch Disulfidbrücken zusammengehalten. Acetylcystein besitzt die Fähigkeit, solche Bindungen zu spalten und somit Sekretolyse zu betreiben. Der zuvor zähe, schwer lösliche Schleim wird flüssig und kann somit leichter abgehustet werden.
2.2 Wirkmechanismus als Antidot [bearbeiten]
Außerdem wird Acetylcystein bei einer Paracetamol-Vergiftung, zu der es bereits ab einer Menge von 6 Gramm Paracetamol kommen kann, eingesetzt. Am effektivsten ist die Gabe von ACC, wenn sie in innerhalb von 8 Stunden nach Paracetamolaufnahme begonnen wird.
Beim Abbau von Paracetamol in der Leber entstehen lebertoxische Stoffe, die in der Biotransformation mit Hilfe von Glutathion neutralisiert werden können. Für die Zusammensetzung von Glutathion wird Cystein benötigt, das es aus dem Acetylcystein erhält. Somit können durch eine solche Überdosierung entstehende Leberschäden minimiert oder gar verhindert werden.
Weitere Einsatzmöglichkeiten (z.B. akute Niereninsuffizienz) von Acetylcystein sind nicht ausreichend durch Studien belegt und daher eher umstritten.
3 Indikation [bearbeiten]
Zusätzliche Indikationen für Acetylcystein als Antidot sind
Nähere Informationen zur Therapie dieser Vergiftungen und des jeweiligen Wirkungsmechanismuses von Acetylcystein bei diesen Vergiftungen, gibt die Fachinformation "Fluimucil® Antidot 20% Injektionslösung" von Pierre Fabre Pharma. Initial kommen Dosierungen bis zu 150 mg/kg KG intravenös zum Einsatz. Ausnahme die Paracetamolintoxikation, bei der man die laborchemische Bestimmung des Paracetamol-Serumspiegels abwarten sollte.
Fachgebiete: Pharmakologie
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