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Bronchialsystem

Synonym: Bronchialbaum
Englisch: bronchial system, bronchial tree

1 Definition

Unter dem Begriff Bronchialsystem oder Bronchialbaum (Arbor bronchialis) werden die in der Lunge verlaufenden Atemwege unterhalb der Luftröhre (Trachea) zusammengefasst.

2 Anatomie

Die Trachea trennt sich in Höhe des 4. bis 5. Brustwirbels in zwei Hauptbronchien (Bronchi principales). Man unterscheidet demnach den rechten und linken Bronchialbaum. Den Stamm bildet jeweils der rechte und linke Hauptbronchus (Bronchus principalis).

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2.1 Bronchien

Der rechte Hauptbronchus verläuft etwa in der Richtung der Trachea weiter, der linke zweigt in einem Winkel von etwa 50-100 Grad ab. Da das hinter dem Brustbein liegende Herz in die linke Thoraxhälfte hineinragt, ist die linke Lunge kleiner als die rechte und hat nur 2 so genannte Lungenlappen, während die rechte Lunge drei besitzt.

Der linke Hauptbronchus teilt sich in 2 Lappenbronchi, der rechte in drei, deren Durchmesser jeweils 8 bis 12 mm betragen. Die Lappenbronchi teilen sich wiederum - dem Aufbau der Lunge in Segmente entsprechend - in Segmentbronchi, die beidseits durchnummeriert wurden, um die Kommunikation zwischen den Ärzten zu erleichtern. 7 und 8 links bilden ein einzelnes Lungensegment mit der Nummer 8, somit fehlt links der Segmentbrochus 7.

Jeder Segmentbronchus teilt sich in zwei so genannte Rami subsegmentales. Bis zum Durchmesser von etwa 1 mm erfolgen weitere Teilungen und nur bis hierher enthält die Bronchialwand Knorpel, um das Offenbleiben der Bronchien und damit die Belüftung der gesamten Lunge zu gewährleisten. Mit fortschreitender Teilung nehmen Drüsenzellen und Flimmerepithel ab und es bildet sich unter der Schleimhaut ein ringförmiges Muskelsystem.

2.2 Bronchioli

Mit dem Verlust des Wandknorpels werden die entsprechenden Röhren jetzt Bronchioli genannt. Aus dem mehrreihigen Flimmerepithel wird ein einschichtiges Flimmerepithel. Die Bronchioli terminales besitzen zwar noch ein einschichtiges Flimmerepithel, die Becherzellen sind jedoch verschwunden. In den Bronchioli respiratorii fehlen auch die Kinozilien und es liegt nur noch ein einschichtig isoprismatisches Epithel vor.

Die Öffnung des Lumens wird jetzt nur durch den Zug von elastischen Fasern gewährleistet. Den ersten Abschnitt bilden die Bronchioli lobulares (Läppchenbronchiolen). Diese Bronchiolen teilen sich in jeweils 4-5 Bronchioli terminales (Endbronchiolen) und diese wieder in Bronchioli respiratorii, die ca 1-3,5 mm lang und 0,4 mm weit sind. Stellenweise wird deren Wand schon von Alveolen gebildet. Die Wände der nächstfolgenden Ductus alveolares (Alveolargänge) bestehen nurmehr aus den Septen der Alveolen. Sie enden im Alveolarsack (Saccus alveolaris).

Bronchioli terminales, Bronchioli respiratorii und Alveolen bilden im Wesentlichen die Basis für die Gliederung der Lunge in Lungenläppchen (Lobuli). Im lockeren Bindegewebe zwischen diesen Lobuli, dem interlobulären Bindegewebe, das der notwendigen Verformbarkeit der Lunge dient, kann sich bei entsprechender Voraussetzung leicht Flüssigkeit ansammeln - ein interstitielles Ödem entsteht. Auch Luft kann hier eindringen und führt damit zum interstitiellen Emphysem.

Lateinische Bezeichnung Deutsche Bezeichnung ∅ [mm] (ca.)
Bronchus principalis (dexter et sinister) Hauptbronchus 10
Bronchi lobares Lappenbronchien 8
Bronchi segmentales Segmentbronchien 5
Bronchi subsegmentales Subsegmentbronchien 3-5
Bronchioli Bronchiolen ≤ 1
Bronchioli lobulares Läppchenbronchiolen 0,8-1
Bronchioli terminales Endbronchiolen 0,6
Bronchioli respiratorii Respiratorische Bronchiolen 0,4-0,5

3 Klinik

Die Entzündung der Bronchialschleimhaut wird als Bronchitis bezeichnet.

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