Schlagvolumenindex
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Definition
Der Schlagvolumenindex, kurz SVI, ist das auf die Körperoberfläche bezogene Schlagvolumen. Er beschreibt das pro Herzschlag ausgeworfene Blutvolumen normiert auf m² Körperoberfläche. Die Einheit ist ml/m².
Hintergrund
Der Schlagvolumenindex wird durch Vorlast, Nachlast und myokardiale Kontraktilität bestimmt. Eine Zunahme der Vorlast führt im Rahmen des Frank-Starling-Mechanismus zu einer Steigerung des Schlagvolumens. Eine Erhöhung der Nachlast vermindert das Auswurfvolumen durch gesteigerten systolischen Druckbelastung. Eine positive Inotropie erhöht den Schlagvolumenindex bei unveränderten Vor- und Nachlastbedingungen. Veränderungen der Herzfrequenz beeinflussen indirekt den Schlagvolumenindex über die diastolische Füllungszeit. Pathologische Zustände wie Myokardischämie oder dilatative Kardiomyopathie können die Kontraktilität und damit den Schlagvolumenindex reduzieren.
Berechnung
SVI = Schlagvolumen / Körperoberfläche
Das Schlagvolumen ergibt sich aus der Differenz zwischen enddiastolischem und endsystolischem Volumen.
Alternativ Berechnung über Herzzeitvolumen (HZV):
SVI = (HZV / Herzfrequenz) / KOF
Die Körperoberfläche wird üblicherweise nach der Formel von Mosteller berechnet.
Normwerte
Der Referenzbereich des Schlagvolumenindex bei Erwachsenen liegt bei etwa 33–47 ml/m² Körperoberfläche. Werte unter 33 ml/m² weisen auf eine verminderte linksventrikuläre Auswurfleistung hin, beispielsweise bei Schockzuständen oder Herzinsuffizienz. Werte über 47 ml/m² treten unter hyperdynamen Kreislaufbedingungen auf. Die Bewertung erfolgt unter Berücksichtigung von Vorlast, Nachlast und Herzfrequenz.
Messmethoden
Mögliche Messverfahren sind:
- Echokardiographische Bestimmung über linksventrikulären Ausflusstrakt-Durchmesser und Velocity-Time-Integral.
- Invasive Messung mittels Pulmonalarterienkatheter über Thermodilution.
- Minimalinvasive Verfahren auf Basis der Pulskonturanalyse.
- Nichtinvasive Verfahren mittels Impedanz- oder Bioreaktanzmessung.
Klinische Bedeutung
Der Schlagvolumenindex dient der quantitativen Beurteilung der linksventrikulären Pumpfunktion. Er ist Bestandteil hämodynamischer Monitoringstrategien bei Schock, Sepsis und Herzinsuffizienz. In Kombination mit der Herzfrequenz ergibt sich aus dem Schlagvolumenindex das Herzzeitvolumen. Serielle Messungen ermöglichen die Beurteilung des Ansprechens auf Volumentherapie oder inotrope Medikation.
Abgrenzung
Das Schlagvolumen (SV) beschreibt das absolute Auswurfvolumen pro Herzschlag ohne Normierung auf die Körperoberfläche.
Das Herzzeitvolumen (HZV) beschreibt das pro Minute ausgeworfene Blutvolumen.
Der Herzindex (CI) ist das auf die Körperoberfläche bezogene Herzzeitvolumen.
Literatur
- WT Ulmer et. al., Herzminutenvolumen und Herzindex, Schlagvolumen und Schlagvolumenindex, Sauerstoffverbrauch und arterielle und venöse Blutgaswerte von gesunden Versuchspersonen in Ruhe und bei körperlicher Belastung, Pflüger's Archiv für die gesamte Physiologie
- Pin-Up Docs: (Erweitertes) hämodynamisches Monitoring und Volumen, 2022
- Podlesch et. al., Über die Abhängigkeit von Herzminutenvolumen, Herzindex, Schlagvolumen, Schlagvolumenindex und Sauerstoffverbrauch vom Lebensalter