Provokationsprobe (Veterinärmedizin)
Synonym: Provokationstest
1. Definition
Provokationsproben dienen dazu, durch manuell gesetzte Reize Krankheitssymptome auszulösen. In der Veterinärmedizin finden sie v.a. in der Lahmheitsdiagnostik und im Zuge des orthopädischen Untersuchungsgangs Anwendung.
2. Hintergrund
Provokationsproben dienen dem Untersuchenden, durch gezielte Reizsetzung an definierten Punkten eventuelle Pathologien zu erkennen. Hierbei liegt der Fokus auf der Kontrolle der Funktion der einzelnen Gelenke sowie der umliegenden Knochen, Bänder und Sehnen.
Solche Proben finden hauptsächlich beim Pferd, Kleintier (Hund) und seltener beim Rind Anwendung.
3. Proben
3.1. Pferd
- Zehengelenksbeugeprobe
- Keilprobe
- Karpalgelenkbeugeprobe
- Beugeprobe an der proximalen Vorderextremität
- Beugeprobe an der Hinterextremität
3.2. Kleintier
- Schultergelenk
- Ellenbogengelenk
- Karpalgelenk
- Provokationstests für Seitenbandrupturen
- Langes Seitenband
- Kurzes Seitenband
- Provokationstest für Hyperextensionsverletzung
- Provokationstests für Seitenbandrupturen
- Hüftgelenk
- Provokationstest zur Evaluierung der Hüftgelenkslaxizität
- Provokationstest für Hüftgelenksluxation
- Kniegelenk
- Provokationstest für Kreuzbandriss
- Provokationstest für Patellaluxation
- Provokationstest für Seitenbandruptur
- Tarsalgelenk
- Provokationstest für Achillessehnenruptur
- Provokationstest für Seitenbandruptur
- Langes Seitenband
- Kurzes Seitenband
4. Ergebnis
Ein positives Ergebnis signalisiert eine Läsion im betroffenen Gebiet bzw. der betroffenen Struktur.
5. Literatur
- Baumgartner, Wittek; Klinische Propädeutik der Haus- und Heimtiere; 9. Auflage; Enke Verlag-Stuttgart; 2017
Fachgebiete:
Veterinärmedizin