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Provokationstest für Patellaluxation (Veterinärmedizin)

1 Definition

Der Provokationstest für die mediale und laterale Patellaluxation dient in der Veterinärmedizin zur Diagnose einer Patellaluxation nach medial oder lateral. Sie ist ein wichtiger Bestandteil des orthopädischen Untersuchungsganges des Kleintiers und wird im Zuge der Untersuchung des Kniegelenks durchgeführt.

2 Durchführung

Die distale Hand des Untersuchers umgreift die Gliedmaße auf Höhe des Sprunggelenks. Die proximale Hand ertastet die Patella, wobei diese zwischen Daumen (lateral) und Zeigefinger (medial) zu liegen kommt.

2.1 Mediale Patellaluxation

Das Kniegelenk wird gestreckt und die Tibia nach innen rotiert. Anschließend wird das Kniegelenk langsam gebeugt und gleichzeitig mit dem Daumen ein Druck nach medial auf die Patella ausgeübt. In jeder Gelenkstellung achtet man auf eine Luxation der Patella.

2.2 Laterale Patellaluxation

Nachdem sich das Kniegelenk nun in Beugestellung befindet, wird die Tibia nach außen rotiert. Anschließend wird das Kniegelenk wieder langsam in die Streckposition überführt, wobei der Zeigefinger gleichzeitig einen Druck nach lateral auf die Patella ausübt. Auch bei dieser Provokationsprobe wird auf eine Luxation der Patella geachtet.

3 Ergebnis

Bei der Beurteilung der Provokationsprobe für die mediale und laterale Patellaluxation differenziert man anhand des klinischen Bildes vier verschiedene Grade einer positiven Probe.

Grad: Beurteilung:
Grad 0: Patella nicht luxierbar.
Grad 1: Patella lässt sich nach medial oder lateral luxieren, kehrt aber spontan von alleine wieder in ihre ursprüngliche Position zurück.
Grad 2: Patella lässt sich nach medial oder lateral luxieren, kehrt aber nicht von alleine wieder in ihre ursprüngliche Position zurück. Eine Reposition ist aber durch Gegenrotation der Tibia oder Gegendruck auf die Patella möglich.
Grad 3: Patella ist luxiert, lässt sich aber durch Gegenrotation der Tibia oder Gegendruck auf die Patella wieder in ihre ursprüngliche Position bringen.
Grad 4:  Patella ist luxiert und nicht mehr in ihre ursprüngliche Position repositionierbar.

Auch wenn die Patella nur einmal luxiert ist und die Folgeuntersuchungen maximal einen Grad 2 ergeben, wird automatisch der schlechtere Befund gewertet.

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