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Schubladentest (Veterinärmedizin)

1 Definition

Der Schubladentest dient in der Veterinärmedizin zur Diagnose eines Kreuzbandrisses. Er ist ein wichtiger Bestandteil des orthopädischen Untersuchungsganges beim Kleintier.

2 Durchführung

  • Der Untersucher positioniert sich schräg hinter das zu untersuchende Bein und legt seine tierkörpernahe Hand von proximal kommend auf den Oberschenkel des Tieres. Dazu umfasst der Untersuchende das distale Ende des Os femoris so, dass der Mittelfinger auf der medialen, der Daumen auf der lateralen Kondyle zum liegen kommt. Der Zeigefinger wird dabei ruhend auf die Patella gelegt.
  • Die tierkörperferne Hand wird von distal kommend am proximalen Ende der Tibia (Tibiakopf) aufgelegt, sodass wiederum der Daumen (lateral) und der Mittelfinger (medial) auf den Tibiakondylen zum liegen kommen. Der Zeigefinger ruht dabei auf der Tuberositas tibiae.
  • Anschließend wird die Gliedmaße (bei einem Winkel von etwa 120 bis 140°) in einer Vorwärtsbewegung der Tibia versucht zu luxieren. Gleiches wird mit einer Rückwärtsbewegung durchgeführt, um eine Luxierbarkeit nach kaudal zu testen.

3 Ergebnis

Der Schubladentest ist als positiv zu werten, wenn sich die Tibia gegenüber den Femur verschieben lässt. Dabei unterscheidet man zwischen folgenden Kriterien:

  • Verschiebung nach kranial: kraniales Schubladenphänomen
  • Verschiebung nach kaudal: kaudales Schubladenphänomen
  • Leichte Verschieblichkeit: Verdacht auf eine partielle Ruptur des Kreuzbandes
  • Deutliche Verschieblichkeit: Verdacht auf eine komplette Ruptur des Kreuzbandes

4 Weiterführende Diagnostik

Um eine traumatisch bedingte Verletzung im Kniegelenk manifestieren zu können, sollte medial und lateral des Ligamentum patellae eine vermehrte Gelenkfüllung überprüft werden. Sollte sich aufgrund einer Verletzung krankhafte Synovialflüssigkeit ansammeln, ist diese aufgrund der Vorwölbung der Gelenkkapsel mitsamt dem dort befindlichen Fettkörper deutlich zu ertasten.

Um die Diagnose zu festigen, können weitere bildgebende Diagnoseverfahren herangezogen werden (z.B. MRT, usw.).

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