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Poxviridae

Synonym: Pockenviren
Englisch: poxviruses, poxviridae

1 Definition

Als Poxviridae bzw. Pockenviren wird eine Familie von verschiedenen DNA-Viren bezeichnet, die beim Menschen und bei Tieren zu verschiedenen Infektionen führen können.

2 Eigenschaften

2.1 Morphologie

Pockenviren gehören zu den größten bekannten Viren. Sie haben eine Größe von ca. 200 bis 400 nm bei einer quaderförmigen bis spheroiden Grundform und können daher bei höheren Vergrößerungen auch noch im Lichtmikroskop erkannt werden.

Der S-förmig gefaltete DNA-Doppelstrang (dsDNA) ist zusammen mit viruseigenen Enzymen und Transkriptionsfaktoren in ein bikonkaves Kapsid eingebaut, das von bis zu zwei Hüllen aus Lipiddoppelmembranen umgeben ist. Zwischen dem Viruskern (Core) und der Virushülle finden sich zwei Lateralkörper.

2.2 Vermehrungszyklus

Die Pockenviren vermehren sich im Zytoplasma der Wirtszelle und produzieren ihre Nukleinsäuren weitgehend unabhängig mit einer viralen DNA-Polymerase, DNA-abhängigen RNA-Polymerase und weiteren Enzymen. Die Viren bilden Virulenzfaktoren, die effizient die Aktivierung des unspezifischen Immunsystems blockieren.

3 Epidemiologie

Poxviridae sind Krankheitserreger bei Säugetieren, Vögeln und Insekten. Bisher wurden mehr als 40 Spezies beschrieben.

Die Viren weisen eine hohe Tenazität auf. Im angetrockneten Zustand können sie mehrere Monate infektiös bleiben und auch über weite Distanzen verschleppt werden. Aufgrund der lipidhaltigen Hülle sind die Pockenviren jedoch labil gegenüber extremen pH-Werten (pH unter 6 bzw. über 9), Fettlösemitteln, oberflächenaktiven Verbindungen, Detergenzien, Säuren und Laugen.

4 Taxonomie

Human- sowie tierpathogene Viren aus der Familie Poxviridae finden sich in der Unterfamilie Chordopoxvirinae:

Gattung Spezies Gattung Spezies
Orthopoxvirus Parapoxvirus
Avipoxvirus Capripoxvirus
Leporipoxvirus Suipoxvirus
Molluscipoxvirus Yatapoxvirus

siehe Hauptartikel: Virustaxonomie

5 Klinik

Pockenviren werden durch Kontakt (Bekleidung) und aerogen (Staub, Tröpfchen) übertragen. Histopathologisch erkennt man in mit Pockenviren-infizierten Zellen Guarnieri-Einschlusskörperchen. Diese basischen zytoplasmatischen Gebilde sind Synthesezentren für virale Nukleinsäuren, Proteine und Virionen.

Folgende Erkrankungen werden durch Pockenviren ausgelöst:

6 Literatur

  • Selbitz HJ, Truyen U, Valentin-Weigand P (Hrsg.). 2015. Tiermedizinische Mikrobiologie, Infektions- und Seuchenlehre. 10., aktualisierte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart. ISBN: 978-3-8304-1262-5

Tags: ,

Fachgebiete: Infektiologie, Virologie

Diese Seite wurde zuletzt am 13. Oktober 2021 um 11:02 Uhr bearbeitet.

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