Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.

Liebe Autoren,

Wir sind auf der Suche nach Schnee in Richtung Nordpol gefahren. Deswegen steht das Flexikon vom 14.12. bis 10.01.2019 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 10. Januar könnt ihr wieder mit voller Kraft losschreiben.

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Plantarwarze

Synonyme: Verruca plantaris, Dornwarze, Fußsohlenwarze, Myrmecia
Englisch: plantar wart

1 Definition

Plantarwarzen sind hyperkeratotische Hautveränderungen im Bereich der Fußsohle (Planta pedis), die durch humanpathogene Papillomviren hervorgerufen werden.

2 Erreger

Plantarwarzen werden aufgrund ihrer besonderen Lokalisation und ihres klinschen Bildes von den gewöhnlichen Hautwarzen (Verrucae vulgares) abgegrenzt. Beide Hautveränderungen sind aber nur verschiedene Ausdrucksformen derselben Hautinfektion und werden durch eine Infektion mit Papillomviren ausgelöst - vor allem der HPV-Typen 1, 2, 4, 10, 27, 57 und 65.

3 Übertragung

Die Übertragung der Viren erfolgt von Mensch zu Mensch durch eine Schmierinfektion mit infizierten Hautschuppen auf dem Fußboden oder in gemeinsam genutzter Fußbekleidung - zum Beispiel in Badeanstalten, Turnhallen, Umkleidebereichen oder Saunaeinrichtungen. Sie wird durch eine Quellung der Haut an den Fußsohlen begünstigt.

4 Histologie

Im lichtmikroskopischen Bild zeigt sich eine ausgeprägte Hyperkeratose bei gestört ablaufender Verhornung (Parakeratose). Desweiteren fällt eine deutliche Verbreiterung der Papillarkörper (Papillomatose) auf.

5 Klinisches Bild

Plantarwarzen können klinisch verschiedene Wachstumsformen zeigen. Bei den so genannten Dornwarzen findet sich eine scharf gegen die gesunde Haut abgegrenzte verhornte Formation, die in das Hautniveau eingebettet ist. Dabei kann ein zentraler, dornartiger Hornkegel auftreten, der dem Patienten beim Gehen oder bei Druckbelastung zum Teil erhebliche Schmerzen bereitet.

Eine beetartige Ausbreitung der Warzen im Bereich der Fußsohle bezeichnet man als Mosaikwarzen.

6 Therapie

Die Therapie der Plantarwarzen ist oft langwierig und unbefriedigend. Der Verlauf kann sich über Jahre ziehen. Oftmals werden verschiedene Lokalmaßnahmen verordnet, deren Erfolg jedoch zu wünschen übrig läßt. Es gibt nur wenige kontrollierte klinische Studien über die Therapie von Plantarwarzen. Die Aussage über den Erfolg der verschiedenen Maßnahmen in offenen Studien wird dadurch erschwert, dass ein nicht geringer Prozentsatz der Warzen eine Spontanheilung zeigt. Eine kausale antivirale Therapie fehlt zur Zeit (2009).

6.1 Salicylsäure

Das Auftragen von Salicylsäure als Lösung oder Pflaster führt zur Keratolyse im Bereich der Warze und soll über die Erzeugung einer lokalen Entzündungsreaktion die Abheilung begünstigen. Zusätzlich kann eine vorsichtige Kürettierung erfolgen, um das Warzengewebe zu reduzieren. Die Behandlung kann sich über mehrere Wochen ziehen. Die Behandlung mit einem Okklusivpflaster ist effizienter als das Aufpinseln von Lösungen. Der Heilungserfolg wird mit 20-40% angegeben, wenn die Behandlung konsequent durchgeführt wird.

6.2 Ätzmittel

Ätzmittel wie Monochloressigsäure, Trichloressigsäure oder Silbernitrat zerstören das Warzengewebe, aber auch die gesunde Haut im Randbereich der Warze.

6.3 Zytostatika

Um die Replikatikon der Viren in den Keratinozyten zu unterbinden, werden Salben aufgetragen, die Zellgifte wie Bleomycin, 5-Fluorouracil oder Podophyllin bzw. Podophyllotoxin enthalten.

6.4 Imiquimod

Imiquimod wird normalerweise gegen Genitalwarzen eingesetzt und beeinflusst die lokale Interferon- bzw. Interleukin-Produktion. Es liegen auch einige offene Studien bzw. Einzelfallberichte mit Imiquimod bei Plantarwarzen vor - meist in Kombination mit Salicylsäure. Da die Datenlage gering ist, lässt sich die Effizienz nicht abschliessend beurteilen. Die Therapie ist experimentell und teuer.

6.5 Hausmittel

Neben den pharmakologischen Wirkstoffen werden - meist vom Patienten selbst - auch zahlreiche Hausmittel eingesetzt, unter anderem das lokale Auftragen von Knoblauch, Schöllkraut oder Zwiebelextrakten usw. Diese Maßnahmen können im Einzelfall erfolgreich sein - oder auch nicht.

6.6 Invasive Maßnahmen

7 Prophylaxe

Einfacher als die Therapie von Plantarwarzen ist ihre Prophylaxe. Um eine Ansteckung zu vermeiden, ist in öffentlichen Sanitärbereichen oder Badeeinrichtungen das Tragen von Badelatschen sinnvoll. Die Fußbekleidung sollte nicht mit anderen geteilt werden. Auch die regelmäßige Pflege der Füße mit fetthaltigen Cremes erschwert die Infektion.

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Fachgebiete: Dermatologie

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