Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Pityriasis simplex capillitii

(Weitergeleitet von Pityriasis amiantacea)

Synonyme: Pityriasis capitis, Kopfschuppung, Kopfschuppen

1 Definition

Als Pityriasis simplex capillitii, vulgo Kopfschuppen, wird eine häufige dermatologische Hautveränderung bezeichnet, bei der es verstärkt in der kalten Jahreszeit zur trockenen Kopfschuppung kommt. Die Maximalvariante wird auch als Tinea amiantacea bezeichnet.

2 Vorkommen

Von der Pityriasis simplex capillitii sind ca. 30 % der Frauen und ca. 20 % der Männer betroffen. Männer leiden oft nur zeitweise an Kopfschuppen.

3 Ätiologie

Die genaue Ursache der Pityriasis simplex capillitii ist aktuell (2021) unklar. Vermutet werden:

Pathogenetisch liegt vermutlich eine Störung der Lipidsekretion und der Verhornung im Stratum corneum der Kopfhaut vor. Folge ist eine gestörte Proliferation der Epidermis.

Prädisponierend wirken entfettende Haarpflegemittel v.a. bei Patienten mit Sebostase. In einigen Fällen stellen Kopfschuppen eine Minusvariante anderer dermatologischer Erkrankungen (z.B. Psoriasis vulgaris, atopisches Ekzem und seborrhoisches Ekzem) dar. Häufig ist eine ätiologische Zuordnung schwierig, da andere Hautveränderungen, die auf eine Grunderkrankung schließen lassen, fehlen.

4 Klinisches Bild

Die Pityriasis simplex capillitii äußert sich durch diffuse, selten umschriebene und schuppende Areale, die nicht selten mit Juckreiz einhergehen. Die Schuppen haften fest an Haare und Kopfhaut.

5 Diagnose

Die Diagnose wird anhand der klinischen Symptomatik und des Hautbefundes gestellt. Nicht unbedingt für die Diagnose notwendig, aber dennoch wissenswert ist die Tatsache, dass bei Betroffenen durch lokale Histamingabe ein erhöhter Blutfluss an der Kopfhaut verursacht werden kann.

5.1 Histopathologie

Zellproben der Betroffenen zeigen im Mikroskop einige histologische Unterschiede zur gesunden Kopfhaut:

6 Differenzialdiagnosen

7 Therapie

Therapeutisch ist bei Pityriasis simplex capillitii die Vermeidung austrocknender Maßnahmen meist ausreichend. In schweren Fällen können lokale Therapeutika eingesetzt werden.

7.1 Lokaltherapie bei trockener Kopfhaut

  • Selendisulfid-Waschgel 2,5 % (NRF 11.139.) ad 100,0 g, S: 2x wöchentlich
  • Polidocanol (Thesit) 5,0 % in Physiogel Shampoo ad 250 ml, S: 1x täglich
  • Steinkohlenteerlösung 2,0 % in Physiogel Shampoo ad 250 ml, S: 1-2x wöchentlich

7.2 Lokaltherapie bei starker Schuppenbildung und entzündlicher Kopfhaut

7.3 Antimykotische Lokaltherapie bei erhöhter Malassezia-furfur-Besiedlung

siehe auch: Pityriasis simplex

Diese Seite wurde zuletzt am 6. Dezember 2021 um 14:02 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

3 Wertungen (3 ø)

9.345 Aufrufe

Copyright ©2022 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: