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Steinkohlenteer

Synonym: Teer
Fachterminus: Pix lithanthracis
Englisch: coal tar

1 Definition

Steinkohlenteer ist ein Gemisch aus bis zu 10.000 chemischen Verbindungen, das als Nebenprodukt bei der Gewinnung von Koks anfällt.[1]

2 Verwendung

Steinkohlenteer findet als Rohstoff in der chemischen Industrie breite Verwendung. Er war für lange Zeit die einzige Quelle zur Gewinnung von Phenol.[2] Er findet außerdem breite medizinische und pharmazeutische Anwendung.[3]

Steinkohlenteer hat antiphlogistische, antiproliferative, antiseptische, keratolytische und antipruriginöse Eigenschaften und wird deshalb zur Therapie von Psoriasis vulgaris (Schuppenflechte) genutzt. Dabei muss allerdings beachtet werden, dass auch kanzerogene Stoffe (z.B. Benzol) enthalten sind, weshalb die Therapiedauer auf wenige Wochen begrenzt werden sollte.[4]

3 Pharmazie

Pharmazeutisch verwendet wird die Substanz zumeist in Form einer alkoholischen Steinkohlenteerlösung. Steinkohlenteer ist grenzflächenaktiv. Bei Rezepturarzneimitteln mit der Substanz sind daher potentielle Interaktionen mit Emulgatoren zu berücksichtigen.

4 Quellen

  1. Dr. Uwe Weidenauer: Steinkohlenteer – ein Rohstoff für viele alltägliche Produkte
  2. Dietrich Braun Prof. Dr. Dr. h.c. Gerd Collin Dr. Dr.: 100 Jahre Bakelit Chemie unserer Zeit Vol.44, 2010.
  3. Anika Bergmann: Steinkohlenteer-Mehr als ein übler Geruch Pharmazeutische Zeitung Vol. 31, 2014.
  4. Andreas Melhorn: Steinkohlenteer Nur wenige Wochen anwenden pta Forum Vol.11, 2014.

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