Leberarterienthrombose
Synonym: Hepatisarterienthrombose, HAT
Englisch: hepatic artery thrombosis
Definition
Die Leberarterienthrombose bezeichnet den thrombotischen Verschluss der Arteria hepatica. Sie ist eine der schwerwiegendsten vaskulären Komplikationen nach Lebertransplantation. Da die Leberarterie die alleinige arterielle Blutversorgung der Gallenwege ist, führt ihr Verschluss rasch zu ischämischen Schäden.
Ätiologie
Am häufigsten tritt eine Leberarterienthrombose nach einer Lebertransplantation (LTx) auf. Die Thrombose kann früh postoperativ (<30 Tage) oder im weiteren Verlauf nach einer Lebertransplantation auftreten und ist mit einer hohen Morbidität und Gefährdung des Transplantats assoziiert.
Weitere, seltenere Ursachen sind:
Symptome
Die Symptomatik hängt vom Zeitpunkt des Auftretens ab. Eine früh auftretende Leberarterienthrombose führt häufig zu einer raschen Verschlechterung der Leberfunktion bis hin zum Transplantatversagen. Später auftretende Formen manifestieren sich eher durch biliäre Komplikationen wie Cholangitis oder Gallenwegsnekrosen.
Risikofaktoren
Risikofaktoren für die Entstehung einer Leberarterienthrombose sind:
- technische Probleme der Anastomose
- kleine Gefäßkaliber (z.B. bei Kindern)
- Gefäßspasmen
- verlängerte Ischämiezeiten
- hämodynamische Instabilität
- Gerinnungsstörungen (Hyperkoagulabilität)
- arterielle Intimaschäden (Gefäßdissektionen)
- verlängerte kalte Ischämiezeit
- Revisionsoperationen
- Spenderalter
- infektiöse oder immunologische Faktoren (CMV-Infektion)
Diagnostik
Die Diagnostik erfolgt primär mittels Doppler-Sonographie, die einen fehlenden oder reduzierten arteriellen Fluss, das Tardus-Parvus-Phänomen oder einen erhöhten Resistance-Index zeigt. Zur Diagnosesicherung können CT-Angiographie oder MR-Angiographie eingesetzt werden.
Therapie
Die Therapie richtet sich nach Zeitpunkt und Ausmaß der Thrombose. Früh erkannt können interventionelle oder chirurgische Revaskularisationsverfahren (Thrombektomie, Revision der Anastomose, intraarterielle Lyse) versucht werden. In vielen Fällen ist jedoch eine Retransplantation erforderlich. Begleitend erfolgt eine unterstützende intensivmedizinische und eine adjuvante Antikoagulationstherapie.