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Hammondia

nach Datus M. Hammond, US-amerikanischer Protozoologe (1911 bis 1974)

1 Definition

Die Gattung Hammondia gehört zur Familie Sarcocystidae und besteht aus verschiedenen Parasitenarten.

2 Taxonomie

3 Erreger

Beim Fleischfresser parasitieren zwei Hammondia-Arten. Bei der Katze findet man Hammondia hammondi, beim Hund hingegen Hammondia heydorni.

Die Validität dieser Arten sowie der Gattung Hammondia ist derzeit (2019) noch umstritten. Die Gattung Hammondia ist eng mit der Gattung Toxoplasma verwandt und wurde erst im Jahre 1975 eingeführt. Als Grund für eine Differenzierung beider Gattungen werden deutliche Unterschiede im Lebenszyklus sowie der Lokalisation der Parasiten im Wirt angegeben.

4 Entwicklung

Hammondia-Arten sind bei Katzen sowie bei Hunden und Füchsen weltweit verbreitet. Hammondia hammondi ist obligat heteroxen - selbiges gilt mit hoher Wahrscheinlich auch für Hammondia heydorni.

5 Epidemiologie

In Querschnittsuntersuchungen konnten Oozysten bei <1 bis 7,5 % der Katzen (Oozysten vom Toxoplasma-Hammondia-Typ) und Hunde (Oozysten vom Neospora-Hammondia-Typ) nachgewiesen werden.

5.1 Hammondia hammondi

Für Hammondia hammondi sind Haus- (Felis silvestris catus) und Wildkatzen (Felis silvestris) Endwirte. Diese nehmen die Gewebezysten aus Zwischenwirten (Nagetiere, Kaninchen, Schafe, Ziegen, Rehe, u.a.) per os auf und infizieren sich so über die Nahrungsaufnahme.

Die freigesetzten Zystozoiten vollziehen in Epithelzellen des Dünndarms mehrere Merogonien, denen eine Gamogonie folgt. Dabei werden zahlreiche Oozysten gebildet, die nach einer Präpatenz von 5 bis 13 Tagen unsporuliert ausgeschieden werden. Die Patenz beträgt zwischen 1 und 4 Wochen, wobei einige Katzen auch bis zu 3 Monate lang unregelmäßig Oozysten ausscheiden können.

In der Außenwelt sporulieren die Oozysten, wobei diese nicht für Katzen - sondern für Zwischenwirte - infektiös sind. Nachdem Zwischenwirte die infektiösen Stadien aufgenommen haben (obligater Wirtswechsel), dringen die exzystierten Sporozoiten in die Darmwand ein und vermehren sich durch Endodyogenie (durch Abschnürung entstehen aus einer Mutter- zwei Tochterzellen) in Zellen der Darmwand, der Peyer-Platten und der Mesenteriallymphknoten. Die daraus hervorgehenden Endozoiten vermehren sich in verschiedenen Organen.

Ungefähr 11 Tage p.i. beginnt die Bildung dünnwandiger, nicht durch Septen unterteilter Zysten, die hauptsächlich in Skelett- und Herzmuskulatur sowie im Gehirn lokalisiert sind.

5.2 Hammondia heydorni

Endwirte von Hammondia heydorni sind Hunde und Füchse (Vulpes vulpes). Diese infizieren sich mit Gewebezysten aus infizierten Zwischenwirten (Wiederkäuer inkl. Cervidae, Kamele, Pferde, Kaninchen, Meerschweinchen und Hund). In den Epithelzellen des Dünndarms entwickeln sich aus den Zystozoiten Meronten und Gamonten sowie Oozysten. Diese werden ab dem 7. bis 17. Tag p.i. unsporuliert ausgeschieden.

Beim Hund werden nach der Aufnahme von Zysten keine extraintestinalen Stadien ausgebildet. Hunde können sich jedoch mit sporulierten Oozysten infizieren, wobei sich dann Gewebezysten in der Muskulatur und im Gehirn ausbilden. Diese Hunde scheiden wiederum keine Oozysten aus.

Im Zwischenwirt findet durch Endodyogenie eine Vermehrung statt, die mit Zystenbildung in der Muskulatur, im Gehirn und anderen Organen einher geht.

6 Erkrankung

Hammondia-Arten sind für End- und auch Zwischenwirte kaum pathogen. Die Infektion mit den Parasiten wird als Hammondiose bezeichnet und kann bei Welpen zu Diarrhö und Anorexie führen.

7 Literatur

  • Eckert, Johannes, Friedhoff, Karl Theodor, Zahner, Horst, Deplazes, Peter. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Enke-Verlag, 2008.

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