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Hämopexin

Synonym: beta-1B-glycoprotein
Englisch: Hemopexin

1 Definition

Hämopexin, kurz HPX, ist ein extrazelluläres Protein, dass im Serum freies Häm bindet und zur Detoxifizierung in die Leber transportiert.

2 Funktion

Häm bildet die zentrale eisenbindende Gruppe im Hämoglobin. Freies Häm setzt schnell Reaktionen in Gang, die zur Produktion von reaktiven Sauerstoffspezies führen. In der Folge werden umliegende Zellen und Gewebe oxidativ geschädigt. Gleichzeitig ist freies Häm bzw. das darin gebundene Eisen ein Wachstumsfaktor für verschiedene Pathogene. Eine schnelle Bindung von freiem Häm ist also sowohl für die Zellvitalität als auch für die Abwehr von Pathogenen von Bedeutung.

Hämopexin ist ein 60 kDa großes Protein, das vornehmlich in der Leber und in geringerem Maß in Neuronen, Astrozyten und Retinazellen gebildet wird.

Wird im Rahmen der Hämolyse Hämoglobin (Hb) frei gesetzt, wird dieses zunächst von Haptoglobin gebunden. Bei vollständiger Sättigung des Proteins wird Hb weiter zersetzt, so dass Häm frei wird, was dann von Hämopexin gebunden wird. Hämopexin ist Haptoglobin funktionell also nachgeschaltet.

Der Komplex aus Hämopexin und Häm wird durch Bindung an spezifische Rezeptoren auf Hepatozyten in die Zellen aufgenommen. Die Metabolisierung des Häms setzt Eisen frei, so dass es wieder für den Organismus verfügbar ist. Hämopexin reduziert also die renale Ausscheidung von Häm-Eisen.

Fachgebiete: Biochemie, Hämatologie

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