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Hämin

Synonym: Chloroeisen(III)-Porphyrin-Koordinationskomplexe

1 Definition

Hämin ist der Überbegriff für eine Reihe von Komplexverbindungen, die sich aus Häm (welches ein Eisen-Ion mit der Oxidationsstufe (+III) enthält) und einem Chlorid-Ion zusammensetzen.

2 Chemie

Der wichtigste Vertreter dieser Gruppe – das Hämin b – entstammt dem Häm b. Ersteres wird auch schlicht als Hämin bezeichnet. Die chemische Summenformel dieser Verbindung lautet

  • C34H32N4O4•FeCl

und bei Zimmertemperatur liegt die Verbindung in festem Aggregatzustand vor. Hämin bildet eine Art länglicher Kristalle. In starken Basen sind Hämine gut löslich, in Wasser und schwachen oder verdünnten Säuren dagegen gar nicht. Der Nachweis gelingt über den Teichmann-Test. Dabei wird Hämoglobin vermischt mit Kochsalz-gesättigtem Eisessig erhitzt. Dabei entstehen Hämine.

3 Geschichte

Die erste Kristallisierung von Hämin aus Blut gelang bereits 1853 durch Ludwig Teichmann. Im 20. Jahrhundert gelang dann die chemische Synthese von Häminen. Für diese Errungenschaft erhielt der deutsche Chemiker Hans Fischer im Jahr 1930 den Nobelpreis für Chemie.

4 Medizinische Bedeutung

Das bekannteste Präparat auf Basis von Hämin ist das Hämin-Arginat, welches in Form eines Infusionskonzentrates gegen akute Schübe der Porphyrie angewendet wird. Bei einer Porphyrie ist die Bildungsrate des Häms gestört. Hämin-Arginat wirkt sich positiv auf die Regulierung dieser Störung aus, weswegen sich die Häm-Synthese normalisieren kann.

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Fachgebiete: Biochemie

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