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Griffelbeinexostose (Pferd)

Synonym: Griffelbeinüberbein
Englisch: metacarpal/metatarsal exostosis, splints

1. Definition

Als Griffelbeinexostosen bezeichnet man knöcherne Zubildungen (Exostosen) an den Griffelbeinen beim Pferd. Die Erkrankung wird umgangssprachlich auch als Überbein bezeichnet.

2. Epidemiologie

Griffelbeinexostosen treten gehäuft bei jungen Pferden auf und sind meistens im proximalen Abschnitt zwischen dem zweiten (Os metacarpale secundum) und dritten Metakarpalknochen (Os metacarpale tertium bzw. Röhrbein) ausgebildet.

3. Ätiologie

Griffelbeinexostosen entstehen infolge von akuten Traumata des Metakarpus bzw. Metatarsus sowie aufgrund von Überbelastungen (falsches Training), die zu Entzündungen und Verletzungen der angrenzenden Bändern führen.

Zu den prädisponierenden Faktoren zählen u.a. Fehlstellungen im Karpalbereich, unsachgemäße Hufpflege, Schräg- oder Längsfrakturen der Griffelbeine und Imbalancen im Mineralstoffwechsel (v.a. durch Mineralstoffüberschuss in der Ernährung).

4. Pathogenese

Durch unterschiedliche Auslöser (stumpfes Trauma, Überbelastung) kommt es zum Zerreißen der interossären Bänder. Durch die Verletzung wird Narbengewebe gebildet und eine Periostitis ausgelöst. Aufgrund der entstandenen Instabilität zwischen den einzelnen Metakarpal- bzw. Metatarsalknochen entstehen Exostosen zwischen den Gleichbeinen und dem Röhrbein.

5. Klinik

Das klinische Bild hängt von der Größe und Lage der Exostosen ab. Die knöchernen Zubildungen sind meistens am medialen Griffelbein zu finden, sodass dieser Bereich überwärmt, druckdolent und deutlich geschwollen ist. Der Grad der Lahmheit ist unterschiedlich, verstärkt sich jedoch im Trab sowie auf hartem Untergrund.

6. Diagnose

Griffelbeinexostosen lassen sich mithilfe der orthopädischen Untersuchung und mittels Bildgebung bzw. Röntgenuntersuchung diagnostizieren.

Zusätzlich sollte bei Erkrankungen sowie Verletzungen am Röhrbein immer eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden, um Band- sowie Sehnenverletzungen (z.B. Verletzung des Musculus interosseus medius) ausschließen zu können.

7. Therapie

In der akuten Phase können entzündungshemmende Medikamente (z.B. Phenylbutazon 2,2 mg/kgKG BID p.o.), Boxenruhe (ca. 30 bis 45 Tage), kühlende Umschläge und enie topische Anwendung von Dimethylsulfoxid (DMSO) die Symptome reduzieren. Zusätzlich hemmen Kortikosteroid-Injektionen und das Tragen von Bandagen das Knochenwachstum.

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

Massive Knochenzubildungen sowie Exostosen, die eine Beeinträchtigung des Fesselträgers (Musculus interosseus medius) verursachen, müssen chirurgisch entfernt werden.

8. Literatur

  • Baxter GM. 2011. Adams and Stashak's Lameness In Horses. Sixth edition. Wiley-Blackwell Publishing, Ltd. ISBN: 978-0-8138-1549-7/2011.

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