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Musculus interosseus medius (Veterinärmedizin)

Synonym: M. interosseus medius

1 Definition

Der Musculus interosseus medius ist ein Skelettmuskel der Vorder- und Hintergliedmaße, der zu den kurzen Vorderhand- und Hinterhandzehenmuskeln gehört. Er ist hauptsächlich beim Pferd und Wiederkäuer ausgebildet.

2 Anatomie

2.1 Pferd

Beim Pferd sind drei Musculi interossei ausgebildet, von denen der Musculus interosseus medialis und lateralis nur einen rudimentären Charakter besitzen. Im Gegensatz dazu ist der sehr starke Musculus interosseus medius eher bandartig ausgeprägt. Nur beim Fohlen können noch vereinzelt Muskelfasern nachgewiesen werden.

2.1.1 Verlauf

Der Muskel entspringt zur Hauptsache aus dem Ligamentum carpi radiatum sowie auch proximal des Os metacarpale III bzw. Os metatarsale III. Anschließend zieht er als einheitliche Bandplatte zwischen den beiden Griffelbeinen bis etwa zum distalen Drittel des Mittelfußes bzw. Metatarsus. In diesem Bereich spaltet er sich in zwei sicht- und spürbare Schenkel, von denen wiederum jeder an einem Sesambein inseriert.

Beide Schenkel geben jeweils einen nach dorsal ziehenden Unterstützungsast an die gemeinsame Strecksehne (Musculus extensor digitalis communis) ab, der von kleinen Bursen unterlagert ist. Dorsal am Fesselbein verschmelzen die Äste letztlich mit der gemeinsamen Strecksehne.

Distal des Fesselgelenks wird der Musculus interosseus medius durch die Ligamenta sesamoidea obliqua und dem Ligamentum sesamoideum rectum funktionell zum sogenannten Fesseltrageapparat ergänzt. Innerhalb des Fesseltrageapparats bildet der Musculus interosseus medius das obere oder proximale, die beiden schiefen und das gerade Sesambeinband sowie die Unterstützungsschenkel zur Strecksehne, das untere oder distale Gleichbeinband.

2.2 Wiederkäuer

Beim Wiederkäuer ist - im Gegensatz zum Pferd - nur ein starker Musculus interosseus medius ausgebildet. Beim jungen Tier ist er fast zur Gänze muskulös, nimmt aber mit zunehmendem Alter immer mehr ligamentösen Charakter an.

2.2.1 Verlauf

Der Musculus interosseus medius des Wiederkäuers entspringt am Hauptmittelfußknochen (Os metacarpale III+IV bzw. Os metatarsale III+IV) und am Ligamentum carpi radiatum und spaltet sich anschließend im distalen Drittel des Metakarpus bzw. Metatarsus in drei Schenkel auf: eine kräftige Mittelplatte und beiderseits je ein schwächerer Seitenstrang, der sich mit den abaxialen Sesambeinen der 3. und der 4. Zehe verbindet. Die Mittelplatte teilt sich erneut in drei Äste auf: in zwei Seitenschenkel, die an je einem axialen Sesambein der 3. und 4. Zehe ansetzen und in einen interdigitalen Schenkel, der durch den Zwischenrollausschnitt des Hauptmittelfußknochens auf die dorsale Seite zieht.

Nachdem sich der interdigitale Schenkel erneut gegeabelt hat, vereinigt er sich mit der medialen Sehne des Musculus extensor digitalis communis und des Musculus extensor digitalis lateralis. In diese Sehnen strahlt beiderseits noch ein Unterstützungsast von den Seitensträngen des Musculus interosseus medius ein.

In Summe spaltet sich der Musculus interosseus medius beim Wiederkäuer in fünf Schenkel auf. Zusätzlich gibt er in etwa auf Höhe des Metakarpus noch eine Verbindungsplatte zur oberflächlichen Beugesehne (Musculus flexor digitalis superficialis) ab, die sich in zwei Schenkel teilt. Diese bilden beiderseits oberhalb des Fesselgelenks mit den entsprechenden Ästen der oberflächlichen Beugesehne eine Manschette um die tiefe Beugesehne (Musculus flexor digitalis profundus). Zusätzlich verschmelzen sie palmar mit der sehr kräftigen Mittelfußfaszie.

2.3 Innervation

Der Musculus interosseus medius wird über den Ramus profundus (des Ramus palmaris) des Nervus ulnaris (Vordergliedmaße) sowie über die Rami musculares distales des Nervus tibialis (Hintergliedmaße) motorisch innerviert.

3 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band I: Bewegungsapparat. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere. Parey, 2004.

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