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Glycin-Rezeptor

Synonym: Glyzin-Rezeptor, Glycinrezeptor, GlyR, GLR
Englisch: Glycine receptor

1 Definition

Der Glycin-Rezeptor gehört zur Familie der Cys-Loop-Rezeptoren und ist damit ein ligandengesteuerter Ionenkanal. Er bindet den Neurotransmitter Glycin. Derzeit (2021) sind fünf Vertreter bekannt.

2 Biochemie

Glycin-Rezeptoren haben eine pentamere Struktur. Sie verfügen über vier Transmembrandomänen sowie je einen extrazellulären N- und C-Terminus.

3 Funktion

Durch die Aktivierung des Rezeptors unter dem Einfluss von Glycin kommt es zu einem Einstrom von Chloridionen, was zu einer Hyperpolarisation der Zellmembran führt. Die Hyperpolarisation bewirkt eine Inhibition der nachgeschalteten Zelle.

Ein Beispiel für die Funktionsweise der Glycin-Rezeptoren ist die Vermittlung der rekurrenten Hemmung zwischen Renshaw-Zellen und Alpha-Motoneurone im Rückenmark.

siehe auch: Renshaw-Hemmung

4 Genetik

Rezeptortyp Genlokus Exonanzahl
GLRA1 5q33.1 9
GLRA2 Xp22.2 12
GLRA3 4q34.1 13
GLRA4 Xq22.2 9
GLRB 4q32.1 12

5 Vorkommen

Glycin-Rezeptoren kommen größtenteils im ZNS vor, besonders im Rückenmark und im Hirnstamm.

6 Pharmakologie

Zu den Glycin-Rezeptor-Antagonisten gehören unter anderem Strychnin, Pikrotoxin und Koffein.[1] Strychnin kommt im Brechnussbaum (Strychnos nux-vomica) und Ignatiusbohnenbaum (Strychnos ignatii) vor und blockiert Glycin-Rezeptoren im Rückenmark. Eine Vergiftung mit Strychnin führt zu tetanischen Krämpfen.

7 Klinik

Mutationen der Glycin-Rezeptoren GLRA1 und GLRB werden mit der seltenen autosomal-dominant vererbten Krankheit Konnatale Hyperekplexie in Verbindung gebracht. [2]

8 Literatur

  • Freissmuth, M., Offermanns, S. & Böhm, S. Pharmakologie und Toxikologie. Springer Publishing, 2016
  • Schmidt, R. F., Lang, F. & Heckmann, M. Physiologie des Menschen. Springer Publishing, 2010

9 Quellen

  1. Duan et al.Caffeine inhibition of ionotropic glycine receptors, The Journal of Physiology (2009)
  2. Shiang et al. Mutations in the α1 subunit of the inhibitory glycine receptor cause the dominant neurologic disorder, hyperekplexia, Nature genetics (1993)

Diese Seite wurde zuletzt am 18. November 2021 um 16:39 Uhr bearbeitet.

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