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Clorsulon

Synonyme: Clorsulonum, 4-Amino-6-trichloro-ethenyl-1,3-benzol-di-sulfonamid
Handelsnamen: Ivomec®, Levatum Fluke® (Kombipräparat)
Englisch: clorsulon

1 Definition

Clorsulon ist ein Arzneistoff aus der Klasse der Benzolsulfonamide, der in der Veterinärmedizin bei Leberegelbefall eingesetzt wird.

2 Chemie

Clorsulon hat die Summenformel C8H8Cl3Ny3O4S2 und ein Molekulargewicht von 380,6 g/mol. Bei Raumtemperatur liegt es als weiß-gelbliches kristallines Pulver vor, das einen Schmelzpunkt von 203 °C hat.

3 Eigenschaften

Clorsulon kann sowohl oral als auch subkutan verabreicht werden und weist eine anthelmintische Wirkung mit gutem Effekt gegen Trematoden auf.

4 Wirkmechanismus

Clorsulon blockiert durch Inhibierung der glykolytischen Enzyme 3-Phosphoglyceratkinase und Phosphoglyceromutase die Glykolyse und unterbindet damit die wichtigste Energiequelle der Parasiten. Durch eine Verarmung der Energiereserven kommt es letztendlich zum Absterben der Leberegel.

5 Pharmakokinetik

Nach oraler Gabe wird Clorsulon umfangreich vom Gastrointestinaltrakt absorbiert. Der Wirkstoff koppelt an Plasmaproteine, sodass 75 % des zirkulierenden Clorsulons im Plasma gebunden vorliegt. Die restlichen 25 % befinden sich in den Erythrozyten.

Die Bioverfügbarkeit von oral appliziertem Clorsulon beträgt im Verhältnis zur intravenösen Gabe etwa 55 % (Ziege) bzw. 60 % (Schaf). Rund die Hälfte der applizierten Dosis wird unverändert über die Niere eliminiert - eine Biotransformation findet nur zu einem sehr geringen Teil statt.

6 Indikation

Clorsulon kann bei Wiederkäuern (Rind, Schaf, Ziege) bei einem Fasciola hepatica-Befall angewendet werden.

7 Dosis

Die therapeutische Dosis bei oraler Applikation beim Rind wird mit 10 mg/kgKG angegeben. Bei einer subkutanen Injektion sind 8 mg/kgKG wirksam. Kleine Wiederkäuer können oral mit 7 mg/kgKG bzw. 4 mg/kgKG (bei subkutaner Applikation) therapiert werden.

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

8 Kontraindikation

Clorsulan darf nicht an laktierende Kühe abgegeben werden, deren Milch für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist.

9 Nebenwirkungen

Clorsulan weist aufgrund der guten Verträglichkeit (in therapeutischer Dosierung) keine Nebenwirkungen auf. Untersuchungen zeigten, dass Schafe bis zu 200 mg/kgKG (28-fache Dosis) bzw. Rinder bis zu 400 mg/kgKG (40-fache Dosis) bei peroraler Gabe symptomlos tolerieren.

10 Quellen

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