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Chromallergie

Patrick Steinmeyer
Student/in (andere Fächer)
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Definition

Die Chromallergie ist eine allergische Kontaktdermatitis vom Spättyp (Typ-IV-Reaktion), die durch eine Sensibilisierung gegenüber Chromverbindungen, insbesondere Chrom(VI)-Salzen, ausgelöst wird. Sie zählt zu den häufigsten Kontaktallergien und tritt vor allem nach wiederholtem oder längerfristigem Hautkontakt mit chromhaltigen Materialien auf.

Pathophysiologie

Chrom wirkt als Hapten und bindet nach Hautpenetration an körpereigene Proteine. Dadurch entsteht ein vollständiges Antigen, das eine zellvermittelte Immunantwort auslöst. Nach der Sensibilisierungsphase reagieren T-Lymphozyten bei erneutem Kontakt mit einer verzögerten Entzündungsreaktion, die typischerweise 12–72 Stunden nach Exposition auftritt.

Klinische Symptomatik

Die klinische Manifestation zeigt sich meist als allergisches Kontaktekzem mit:

  • Erythem
  • Juckreiz
  • Papeln und Vesikeln
  • Nässen und Krustenbildung im akuten Stadium
  • Schuppung, Lichenifikation und Fissuren bei chronischem Verlauf

Typische Prädilektionsstellen sind Hände, Füße, Unterarme und Unterschenkel. Bei ausgeprägter Sensibilisierung kann es auch zu streuenden Ekzemreaktionen kommen.

Auslösende Expositionsquellen

Häufige chromhaltige Kontaktquellen sind:

  • Lederprodukte (v. a. chromgegerbtes Leder in Schuhen, Handschuhen, Gürteln)
  • Zement und Mörtel (relevant im Baugewerbe)
  • Metalllegierungen
  • Farben, Lacke und Holzschutzmittel

Berufsbedingte Expositionen stellen ein erhöhtes Risiko dar, insbesondere im Bau-, Leder- und Metallverarbeitungsbereich.

Diagnostik

Die Diagnosesicherung erfolgt mittels Epikutantest (Pflastertest), üblicherweise mit Kaliumdichromat als Testsubstanz. Ein positiver Test bestätigt die Sensibilisierung. Ergänzend sind eine sorgfältige Berufs- und Expositionsanamnese sowie die klinische Korrelation entscheidend.

Therapie

Die Therapie basiert primär auf konsequenter Allergenkarenz. Ergänzend kommen folgende Maßnahmen zum Einsatz:

  • topische Glukokortikoide zur Entzündungshemmung
  • rückfettende Hautpflege zur Stabilisierung der Hautbarriere
  • bei schweren Verläufen kurzfristig systemische Kortikosteroide

Eine spezifische Desensibilisierung ist nicht verfügbar. Bei beruflicher Ursache kann eine berufsdermatologische Abklärung erforderlich sein.

Prognose

Bei konsequenter Meidung chromhaltiger Substanzen ist die Prognose günstig. Die Sensibilisierung bleibt jedoch lebenslang bestehen, sodass erneute Expositionen jederzeit zu Rezidiven führen können.

Literatur (APA 7)

Biedermann, T., & Worm, M. (2020). Allergologie. Springer.

DocCheck Flexikon. (o. J.). Chromallergie. DocCheck Medizinlexikon.

Johansen, J. D., Aalto-Korte, K., Agner, T., Andersen, K. E., Bircher, A., Bruze, M., & European Society of Contact Dermatitis. (2015). European Society of Contact Dermatitis guideline for diagnostic patch testing. Contact Dermatitis, 73(4), 195–221. https://doi.org/10.1111/cod.12432

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