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Cholinergische Urtikaria

Synonyme: Schwitzurtikaria, cholinerge Urtikaria

1 Definition

Die cholinergische Urtikaria ist eine Sonderform der chronischen induzierbaren Urtikaria. Eine Erhöhung der Körperkerntemperatur führt dabei zum Auftreten von Quaddeln.

2 Epidemiologie

Die cholinergische Urtikaria betrifft überwiegend Jugendliche bzw. junge Erwachsene mit einer Prävalenz von etwa 10 %. Sie kann auch in Kombination mit einer Kälteurtikaria auftreten.

3 Ätiologie

Die cholinergische Urtikaria gilt als histaminvermittelte Reaktion, wobei die genauen Mechanismen aktuell (2020) unklar sind. Denkbar ist eine Beteiligung von Acetylcholin aus lokalen sympathischen Nervenendigungen sowie eine Typ-I-Allergie auf Schweißantigene.

4 Klinik

Bei der cholinergischen Urtikaria treten Quaddeln nach Erhöhung der Körperkerntemperatur auf, z.B. nach körperlicher Anstrengung, bei Fieber, heißen Bädern sowie bei stark gewürzten Speisen, alkoholischen Getränken oder emotionalem Stress.

Die Quaddeln bestehen für wenige Minuten bis eine Stunde, sind stark juckend und 2 bis 3 mm groß. Sie zeigen einen erythematösen Hof und treten disseminiert am oberen Rumpf auf. Allgemeinsymptome (z.B. Übelkeit, Bauchschmerzen, Diarrhö, Kopfschmerzen, Schwindel bis hin zur Bewusstlosigkeit) sind möglich.

5 Diagnostik

Die cholinergische Urtikaria kann durch eine Provokationstestung mit Hilfe eines Fahrradergometers oder eines heißen Teilkörperbades diagnostiziert werden.

6 Differenzialdiagnosen

Treten die Quaddeln nur im Bad auf, sind eine aquagene Urtikaria oder eine Wärmeurtikaria auszuschließen. Fällt nur der Belastungstest auf dem Fahrradergometer positiv aus, ist an eine anstrengungsinduzierte Urtikaria zu denken.

7 Therapie

Die cholinergische Urtikaria wird mit H1-Rezeptorantagonisten symptomatisch behandelt. Diese werden entweder regelmäßig oder prophylaktisch 30 bis 60 Minuten vor einer auslösenden Situation eingenommen. Denkbare Alternativen sind Omalizumab, Ketotifen, Danazol, Montelukast, Betablocker und Prednisolon.

8 Prognose

Die durchschnittliche Krankheitsdauer beträgt 7,5 Jahre, wobei Verläufe über 30 Jahre möglich sind.

Tags:

Fachgebiete: Dermatologie

Diese Seite wurde zuletzt am 18. Dezember 2019 um 11:58 Uhr bearbeitet.

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