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Candida glabrata

Synonyme: Torulopsis glabrata, C. glabrata

1 Definition

Candida glabrata gehört als Angehörige der Gattung Candida den Sprosspilzen (Hefen) an. Diese Art weist eine eher geringe Virulenz auf und gilt als opportunistischer Erreger von systemischen Mykosen (Candidose) bei Immunsuppression.

2 Vorkommen

Candida glabrata kommt ubiquitär vor. Insbesondere findet sich die Hefe im Intestinaltrakt von Menschen und Tieren und gehört dort zur Normalflora. Daneben gilt der Erreger als Kontaminationskeim von Obstsäften.

3 Virulenz

Candida glabrata wird normalerweise durch das Immunsystem kontrolliert. Die Pathogenität kann durch bestimmte Virulenzfaktoren gesteigert werden. Dazu gehören u.a. Adhäsine, welche die Anheftung des Keims an biologischen und nicht-biologischen Oberflächen mit Bildung von Biofilmen ermöglichen.

4 Klinik

Eine Infektion mit Candida glabrata manifestiert sich u.a. durch Soor bei AIDS-Patienten oder als Sepsis bei Patienten unter Polychemotherapie. Nach einer exzessiven Vermehrung des Keimes auf Haut und Schleimhäuten kann eine systemische Dissemination durch Fungämie folgen.

Bei immunkompetenten Frauen kann Candida glabrata eine chronische Vaginalmykose auslösen.

5 Diagnostik

Der Nachweis von Candida glabrata bzw. die Differenzierung zu anderen Candida-Arten gelingt u.a. durch:

Um Verwechslungen durch fehlerhafte Farbinterpretation auszuschließen, sollte die zu identifizierende Kolonie mit der Morphologie und Färbung anderer, häufiger Candida-Arten verglichen werden.

Der serologische Nachweis von Antikörpern hat einen geringen Stellenwert, da besonders immunsupprimierte Patienten ohne angemessene Immunantwort an Candidosen erkranken.

6 Therapie

6.1 Topische Infektion

Lokale Haut- und Schleimhautinfektionen mit Candida glabrata (z.B. Vaginalmykosen) werden durch Auftragen von Antiseptika (z.B. Borsäure) und topische Gabe von Antimykotika (z.B. Miconazol, Terconazol, Amphotericin B) therapiert.

6.2 Systemische Infektion

Systemische Infektionen mit Candida glabrata erfordern eine systemische Therapie mit Antimykotika. Wie bei Candida krusei bestehen zahlreiche Resistenzen gegen Triazole wie Fluconazol. Polyene, wie Amphotericin B, sind bis auf wenige Ausnahmefälle wirksam. Ein variables therapeutisches Ansprechen ist bei Caspofungin (gehört zu den Echinocandinen) zu verzeichnen.

In schweren Fällen bzw. bei therapieresistentem Verlauf einer Candida-glabrata-Infektion können Posaconazol (800 mg/d) oder Voriconazol (400 mg/d) eingesetzt werden.

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

7 Literatur

  • Laborlexikon.de, abgerufen am 16.02.2021

Fachgebiete: Mikrobiologie

Diese Seite wurde zuletzt am 16. Februar 2021 um 19:35 Uhr bearbeitet.

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