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Aujeszky-Krankheit

(Weitergeleitet von Aujeszky'sche Krankheit)

Synonyme: Aujeszky'sche Krankheit, Pseudowut, Pseudorabies, Pseudolyssa, Morbus Aujeszky, Tollkrätze, Infektiöse Bulbärparalyse
Englisch: mad itch, pseudorabies

1 Definition

Bei der Aujeszky-Krankheit handelt es sich um eine durch das Suides Herpesvirus-1 (SuHV-1) übertragene Virusinfektion verschiedener Säugetiere.

2 Erreger

Erreger ist das suide Herpesvirus 1 (SHV-1), welches auch als Pseudorabiesvirus (PrV) oder Virus der Aujeszkyschen Krankheit (AKV) bezeichnet wird. Es gehört zur Familie der Herpesviridae, Subfamilie Alphaherpesvirinae, Genus Varicellovirus.

3 Epizootiologie

Die Infektion tritt hauptsächlich bei Schweinen auf (siehe Hauptartikel: Aujeszky-Krankheit des Schweines). Es sind jedoch auch andere Säugetierarten (Fleischfresser, Wiederkäuer, Pferd) für das Virus empfänglich. Der Mensch kann nicht infiziert werden.

Die Ansteckung kann durch direkten Kontakt von Tier zu Tier und indirekt über verschiedene Vektoren (nicht desinfizierte Umgebung, Gerätschaften, Transportmittel etc.) erfolgen. Schwarzwild und Hausschweine bilden das Hauptvirusreservoir. Andere Säugetiere als das Schwein infizieren sich indirekt durch Fleischprodukte von erkrankten Schweinen oder direkt durch Kontakt mit infizierten Schweinen.

4 Pathogenese

Das Virus ist neurotrop und epitheliotrop. Nach Aufnahme und initialer Vermehrung im lymphoretikulären Gewebe breitet sich der Erreger lymphogen und neurogen (vom Nervus olfactorius ausgehend in den Nervus trigeminus und dann ins ZNS) aus. Nachfolgend löst er - je nach Wirt - verschiedene Krankheitsformen aus.

5 Symptome

Die Symptome sind stark alters- und speziesabhängig und können von subklinisch und mild bis akut verlaufen.

5.1 Schwein

Nach einer Inkubationszeit von etwa 1 bis 8 Tagen treten die ersten klinischen Erscheinungen auf. Sie variieren in Abhängigkeit von der Virulenz des Erregers und sind beim Schwein vom Alter des erkrankten Individuums abhängig. Bei jungen Tieren (Ferkel) kommt es häufig zu einer Virämie und Meningoencephalitis. Symptome können Apathie, Erbrechen, Polydipsie und neurologische Symptome wie Lähmungen und Krämpfe sein. Adulte Tiere (Sauen und Eber) erkranken in der Regel subklinisch, evtl. können milde klinische Symptome in einem kurzen Zeitraum auftreten. Diese Altersgruppe ist besonders durch Fruchtbarkeitsstörungen (Aborte) gekennzeichnet. Als Sekundärinfektionen können Pneumonien auftreten.

Anders als bei den übrigen Tierarten tritt beim Schwein kein akuter Juckreiz auf.

5.2 Andere Säugetiere

Bei den übrigen Tierarten stehen neurologische Symptome im Vordergrund. Sie führen in kurzer Zeit (Stunden bis Tage) zum Tod. Charakteristisch ist der akute Juckreiz.

6 Differentialdiagnosen

6.1 Schwein

Hauptsächlich Meningoencephalitiden anderer Genese, KSP, Ansteckende Schweinelähmung, Colisepsis (Enterotoxin), Kochsalzvergiftung sowie Pasteurellose sind differentialdiagnostisch auszuschließen.

6.2 Andere Säugetiere

Differenzialdiagnostisch müssen vor allem Tollwut und verschiedene Vergiftungen mit ähnlicher Symptomatik in Betracht gezogen werden.

7 Prophylaxe

Ein großes Problem stellen latent infizierte, neu zugekaufte Schweine dar. Durch erhöhten Stress kann das Virus bei Bestandswechsel aktiviert werden und sich ausbreiten.

8 Rechtliches

Für die Aujeszky-Krankheit besteht in Deutschland und Österreich anzeigepflicht laut VO über anzeigepflichtige Tierseuchen[1] in der jeweils gültigen Fassung. Die Bekämpfung der Krankheit ist in der Verordnung zum Schutz gegen die Aujeszkysche Krankheit[2] in der jeweils gültigen Fassung geregelt. Außerdem gehört die Aujeszkysche Krankheit zu den laut OIE Liste anzeigepflichtigen Tierseuchen.[3]

9 Einzelnachweise

  1. http://www.gesetze-im-internet.de/tierseuchanzv/index.html
  2. http://bundesrecht.juris.de/aujeszkkrv/
  3. http://www.oie.int/animal-health-in-the-world/oie-listed-diseases-2011/

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