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Klassische Schweinepest

(Weitergeleitet von KSP)

Synonyme: KSP, Europäische Schweinepest (ESP)
Englisch: classical swine fever (CSF), hog cholera

1 Definition

Bei der klassischen Schweinepest, kurz KSP, handelt es sich um eine hochkontagiöse, fieberhafte Erkrankung der Haus- und Wildschweine. Sie wird durch Viren der Familie Flaviviridae hervorgerufen und verursacht schwere Verluste in der Landwirtschaft. Die Krankheit ist von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) abzugrenzen, die durch Viren der Familie Asfarviridae hervorgerufen wird.

2 Erreger

Erreger ist das Klassische-Schweinepest-Virus (KSPV). Er gehört zur Familie der Flaviviridae, Gattung Pestivirus. Empfänglich sind ausschließlich Schweine (Haus- und Wildschweine). Für den Menschen ist der Erreger ungefährlich. Es handelt sich um ein behülltes, einzelsträngiges RNA-Virus. Der Erreger ist in einem pH-Spektrum von etwa 4 – 10 stabil. Er wird bei Temperaturen über 60 °C inaktiviert. Bei niedrigen Temperaturen wird das Virus hingegen konserviert.

3 Epizootiologie

Der Erreger kann sowohl durch direkten Kontakt als auch indirekt durch verschiedene Vektoren übertragen werden. Als direkte Übertragungswege kommen orale Infektion (z.B. virushaltiges Futter), intranasale, konjunktivale und genitale Infektion in Frage. Die Ansteckung ist sowohl durch erkrankte Tiere desselben Bestands als auch durch den Kontakt von infizierten Wild- mit Hausschweinen möglich. Wildschweine stellen ein Erregerreservoir dar. Vektoren der indirekten Übertragung können infiziertes Futter (auch Küchen- und Speiseabfälle), Besucher, kontaminierte Kleidung, Geräte oder Fahrzeuge sein. Durch kontaminiertes Material und Fleisch kann der Erreger über große Entfernungen verbreitet werden. Hier ist auch an die Bedrohung des europäischen Schweinebestands durch illegal importierte Fleischerzeugnisse im Reiseverkehr zu denken (!).

4 Pathogenese

Die KSP verläuft als zyklische Allgemeinerkrankung. Initial kommt es zur Virusvermehrung im regionalen lymphatischen Gewebe. Daraufhin kommt es zu einer Virämie, durch die der Erreger in verschiedene Organe verschleppt wird. Dort kommt es zur massiven Virusvermehrung in den Endothelzellen und nachfolgenden Blutungen.

5 Symptome

Akuter Verlauf: Fieber, Blutbildveränderungen, Durchfall oder Verstopfung, petechiale Blutungen auf den Organen und Schleimhäuten, Zyanosen der Haut, neurologische Symptome.

6 Differentialdiagnosen

Differentialdiagnostisch sind v.a. andere septikämisch verlaufende Krankheiten wie beispielsweise Rotlauf, Aujeszky-Krankheit und Afrikanische Schweinepest abzugrenzen.

7 Therapie

Eine Therapie der KSP wird nicht durchgeführt. Es gelten die strengen Bekämpfungsmaßnahmen des OIE und der EU.

8 Prophylaxe

Bei der KSP handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche. In Deutschland ist die Bekämpfung durch die Schweinepest-Verordnung geregelt. Impfungen sind nur in ganz bestimmten Sonderfällen nach amtlicher Bestätigung des Seuchenausbruchs möglich, wenn dies zur Eindämmung der Seuche nötig ist. Ansonsten übernimmt nach Anzeige des Krankheitsausbruchs das zuständige Veterinäramt die Bekämpfung der Seuche gemäß der Schweinepest-Verordnung.

9 Meldepflicht

Die KSP gehört zu den laut OIE-Liste anzeigepflichtigen Tierseuchen. Sie wird EU-weit mit strengen Maßnahmen bekämpft. In Deutschland gelten die Schweinepest-Verordnung und die Verordnung über anzeigepflichtige Tierseuchen in der jeweils gültigen Fassung.

10 Quellen

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