Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Akute Thyreoiditis

1 Definition

Bei der akuten Thyreoiditis handelt es sich um eine akute Entzündung der Schilddrüse.

2 Ätiologie

Diese seltene Form der Thyreoiditis entsteht meist in Folge einer Infektion mit Bakterien oder Viren, selten auch als Strahlenthyreoiditis durch energiereiche Strahlung. Die Erreger gelangen i.d.R. durch hämatogene oder lymphogene Streuung aus einem bakteriellen Fokus im Halsbereich in die Schilddrüse - zum Beispiel ausgehend von einer Tonsillitis, Otitis, Parotitis oder Pharyngitis. Möglich ist auch eine direkte Kontamination bei perforierender Verletzung.

Häufige Erreger sind Streptococcus pyogenes, Staphylococcus aureus und Streptococcus pneumoniae. Weiterhin kommen Mykobakterien, Escherichia coli, Haemophilus influenzae, Meningokokken und Anaerobier in Betracht. Akute Thyreoiditiden werden auch nach Virusinfektionen (u.a. Masern, Mumps, Influenza) beobachtet, jedoch ist der Kausalzusammenhang schwer zu belegen, da der Virusnachweis im Schilddrüsengewebe schwierig ist.

3 Einteilung

  • Akute eitrige Thyreoiditis
  • Akute nicht-eitrige Thyreoiditis

4 Klinik

Klinisch äußert sich die akute Thyreoiditis durch Rötung, Schmerzen, Schwellung (Ödem) und Fluktuation im Bereich der Schilddrüse. Zusätzlich können Allgemeinsymptome wie Fieber, Schweißausbrüche, Tachykardie und Krankheitsgefühl auftreten.

5 Diagnostik

Labormedizinisch findet sich eine Erhöhung der BSG und des CRP sowie eine Leukozytose mit Linksverschiebung. Die Schilddrüsenhormone T3 und T4 können vermindert sein. Die Bildgebung (Sonographie, Szintigraphie) kann weitere Erkenntnisse über das Ausmaß der Entzündung liefern.

Zur Diagnosesicherung sollte eine Feinnadelpunktion mit anschließender zytologischer Untersuchung stattfinden.

6 Therapie

Die Therapie richtet sich nach der Ursache. Eine bakteriell bedingte akute Thyreoiditis wird mit Antibiotika und Antiphlogistika behandelt. Kühlende Auflagen, wie z.B. eine Eiskrawatte, dienen der Schmerzlinderung.

7 Quellen

  • Duale Reihe Innere Medizin, 3. Auflage 2013, Thieme Verlag
  • Basislehrbuch Innere Medizin, Renz-Polster & Krautzig, 4. Auflage 2008, Urban & Fischer Verlag

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Letzte Autoren des Artikels:

3 Wertungen (4.33 ø)

3.992 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2018 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: