Kontaktallergie
Synonyme: Allergisches Kontaktekzem, Allergische Kontaktdermatitis
Inhaltsverzeichnis |
1 Definition
Unter einer Kontaktallergie versteht man die Auslösung einer allergischen Reaktion durch den Körper bei Berührung von einem ganz speziellen Stoff bzw. einer Substanz, welche dann als Kontaktallergen bezeichnet werden. Die Kontaktallergien gehören zu den häufigsten Erkrankungen aus dem allergischen Formenkreis. Bei Vermeidung der auslösenden Allergene bildet sich die Erkrankung in Form einer Selbstlimitation im Laufe der Zeit zurück. Ist nicht von vornherein klar, welche Substanzen in der Umgebung des Betroffenen die allergischen Reaktionen auslösen, so ist eine umfangreiche Diagnostik zur Identifikation des Kontakallergens angezeigt, da auch eine Kontaktallergie zu einem potenziell lebensgefährlichen anaphylaktischen Schock führen kann.
2 Verbreitung
Mit einer Lebenszeitprävalenz von etwa 15 % zählt die Kontaktallergie zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. Die Häufigkeit ist durchaus auf dem Niveau einer Volkskrankheit, wie zum Beispiel dem Diabetes mellitus. Der entscheidende Vorteil einer Kontaktallergie gegenüber sonstigen chronischen Erkrankungen ist seine selbstlimitierende Verlaufsform bei konsequenter Kontaktvermeidung mit dem auslösenden Allergen.
3 Pathophysiologie
- Reaktion der niedermolekularen Kontaktallergene mit den Proteinen der Haut
- Erkennung eines Bruchstückes dieses dann entstandenen verursachenden Komplexes durch das Immunsystem
- Ausbildung einer klinisch zunächst stummen Auslösungsphase, bei der es lediglich zu einigen Hautirritationen kommt
- ein erneuter Allergenkontakt führt dann zu einer für den Betroffenen deutlich wahrnehmbaren Enzymreaktion, ausgelöst durch spezifische immunologische Botenstoffe, die zum Einwandern eines entzündlichen Zellinfiltrates führen
- bei erfolgter Sensibilisierung verzögert sich das Auftreten der Kontaktallergie
4 Kontaktallergene
Sämtliche im Alltagsleben gebräuchliche und anzutreffende Stoffe können eine Kontaktallergie auslösen. Dabei kann es sich um Naturstoffe ebenso handeln, wie um chemisch bzw. synthetisch hergestellte Substanzen.
5 Symptome
- Rötung der Haut (Erythem)
- Bildung von Papeln (Knötchen)
- Bläschenbildung
- Schuppung
- Schwellung des betroffenen Areals
Bei mehrmals wiederholender Kontaktaufnahme mit dem Allergen treten Folgen auf wie:
- Lichenifikation (Vergröberung vom Hautrelief)
- Rhagaden (Schrunden)
- Hyperkeratose (übermäßige Verhornung)
6 Diagnose
- genaue Beobachtung des Auftretens der Allergieschübe zur Identifikation des auslösenden Kontaktallergens
- genauer Nachweis einer Kontaktsensibilisierung durch einen Epikutantest
Differentialdiagnostisch können vorliegen:
- irritatives Kontaktekzem
- atopisches Ekzem (Neurodermitis)
- nummulär-mikrobielles Ekzem
- seborrhoisches Ekzem
7 Therapie
Die Therapie der Wahl ist die – wenn möglich – vollständige Vermeidung des auslösenden Kontaktallergens. Es existieren heutzutage für zahlreiche Substanzen entsprechende Ersatzstoffe für Allergiker. Bei schweren Verläufen kann weiterhin der lokale Einsatz von Glucocorticoiden hilfreich und effektiv sein. Im Gegensatz zu einer Sofortallergie steht hier keine Möglichkeit der Desensibilisierung zur Verfügung.
Fachgebiete: Dermatologie
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