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Karpaltunnelsyndrom

(Weitergeleitet von Karpaltunnel-Syndrom)

Abkürzungen: CTS, KTS
Synonyme: Tinel-Syndrom, Medianuskompressionssyndrom
Englisch: carpal tunnel syndrome

1 Definition

Das Karpaltunnelsyndrom ist ein Engpasssyndrom (Nervenkompressionssyndrom) des Nervus medianus im Bereich der Handwurzel.

2 Ätiologie

Der Nervus medianus wird unterhalb des Ligamentum carpi transversum abgedrückt. Die Ursachen für diese mechanische Kompression sind vielfältig und können zu einer akuten (z.B. Trauma) oder chronisch progredienten Kompression führen (z.B. Ablagerungen bei Stoffwechselerkrankungen):

Eine konstitutionell bedingte Enge des Karpaltunnels wirkt begünstigend auf das Auftreten des Syndroms. Es tritt in 30-40 % der Fälle bilateral auf. Frauen sind relativ häufiger betroffen.

3 Anatomie

siehe: Karpaltunnel

4 Symptome

Die betroffenen Patienten klagen über Schmerzen und Parästhesien im Versorgungsgebiet des Nervus medianus. Zu Beginn der Symptome besteht dabei häufig ein Zusammenhang mit mechanischer Belastung der Hand, wobei die dominante Hand häufiger betroffen ist. Relativ typisch sind auch zur Nacht eintretende Schmerzen im Bereich der Hand und des Unterarms ("Brachialgia nocturna").

Nach längerem Bestehen kommt es zur Atrophie der Daumenballenmuskeln (Thenarmuskulatur) und zu einer Schwäche beim Zugreifen. Da gleichzeitig das Tastgefühl herabgesetzt ist, kann aus dem Karpaltunnelsyndrom eine als einschränkend empfundene Behinderung resultieren.

5 Diagnostik

Erste diagnostische Hinweise auf ein Karpaltunnelsyndrom können klinische Zeichen bzw. einfache Funktionstests liefern. Dazu zählen zum Beispiel:

Die weitere Diagnostik eines Karpaltunnelsyndroms erfolgt nach klinischer Untersuchung und Objektivierung der Auswirkungen der Nervenkompression durch ein Elektroneurogramm und ggf. Elektromyogramm. Die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) erfolgt dabei immer im Seitenvergleich. Als Referenzwert kann die NLG des Nervus ulnaris dienen.

Alternativ kann die Diagnose auch durch eine sonografische Untersuchung gesichert werden. Dabei wird im volaren Transversalschnitt über dem Handgelenk die Querschnitsfläche des Nervus medianus bestimmt. Durch die kompressionsbedingte Schwellung des Nerven ist sie bei Vorliegen eines Karpaltunnelsyndroms vergrößert.

6 Differentialdiagnosen

7 Therapie

Die Therapie des Karpaltunnelsyndroms kann konservativ oder operativ erfolgen, wobei in den meisten Fällen zunächst der Versuch einer konservativen Therapie zu unternehmen ist.

7.1 Konservative Therapie

Dazu wird das Handgelenk mit einer Schienen- oder Tapeverband zeitweise ruhiggestellt. Die lokale Injektion von Kortikosteroiden ergänzt das Vorgehen. Systemisch können zusätzlich Antiphlogistika und ggf. Diuretika gegeben werden. Bei Verdacht auf einen Zusammenhang mit einem Übergewicht wird eine Gewichtsreduktion empfohlen.

7.2 Operative Therapie

Bei erfolgloser konservativer Therapie ist eine Operation notwendig. Dabei wird das Ligamentum carpi transversum unter Schonung umgebender Nerven und Blutgefäße gespalten und der Nerv mechanisch entlastet. Der Eingriff kann auch endoskopisch erfolgen und ist bei adäquater Durchführung mit einem geringen Risiko verbunden.

8 Leitlinie

AWMF Leitlinie zu Diagnostik und Therapie des Karpaltunnelsyndroms

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