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Infusionstherapie

1 Definition

Man versteht unter einer Infusionstherapie eine kontinuierlich, über einen bestimmten Zeitraum ablaufende parenterale Verabreichung von Flüssigkeiten (Medikamente, Elekrolytlösungen, etc.). Dies geschieht in aller Regel intravenös über eine Injektionsnadel, die häufig in der Ellenbeuge angebracht wird.

2 Infusionsarten

Es gibt eine ganze Vielzahl von unterschiedlichen Infusionspräparaten, ebenso wie es eine breite Palette von Erkrankungen oder Beschwerden gibt, bei denen die Gabe einer Infusion indiziert ist. Eine besondere Form der Infusion stellt die Verabreichung von Blut dar, in diesem Fall spricht man von einer Transfusion.

2.1 Isotonische Kochsalzlösung

Hierbei handelt es sich um die einfachste Art der Infusionslösung. Sie wird in der Regel als Verdünnungslösung oder als Mittel der Wahl bei einer Dehydratation eingesetzt. Neben reinem Wasser enthält sie Kochsalz und u. U. einige wenige Mineralien.

2.2 Vollelektrolytlösungen

Bei der Infusionstherapie mit Vollelektrolytlösungen ist das Ziel nicht nur eine einfache Kompensation von Flüssigkeitsverlusten. Vielmehr sollen hier auch Verluste bestimmter Mineralien bzw. Ionen ausgeglichen werden. Vollelektrolytlösungen (VEL) enthalten in der Regel bestimmte Elektrolyte, deren Zusammensetzung der im menschlichen Organismus nachempfunden ist. Typische Stoffe in VEL sind:

Im menschlichen Blutplasma finden sich daneben noch organische Anionen, die ebenfalls den Vollelektrolytlösungen beigemischt sind. Hierbei handelt es sich vorzugsweise um Acetat und Hydrogencarbonat. VEL können in vielerlei Hinsicht therapeutisch eingesetzt werden. Es existieren auch elektrolythaltige Infusionslösungen, die eine geringere Konzentration an Elektrolyten haben, wie Vollelektrolytlösungen (2/3-Elektrolytlösungen oder auch 1/3-Elektrolytlösungen).

2.3 Glukoselösungen

Glukoselösungen stehen in einer Vielzahl verschiedener Konzentrationsstärken zur Verfügung. Während Elektrolytlösungen für den Mineralienhaushalt des Organismus zuständig sind, dienen Glukoselösungen der parenteralen Energiezufuhr im Rahmen einer Infusionstherapie. Glukoselösungen enthalten keinerlei Elektrolyte und können sich demnach sehr schnell im Intrazellulärraum ausbreiten. Dieser hypotone Charakter birgt bei unsachgemäßer Verabreichung die Gefahr von Lungenödemen.

2.4 Kolloidale Lösungen

Sie finden ihre Anwendung in der Volumentherapie, sowie in der Blutverdünnung. Kolloidale Infusionspräparate enthalten Makromoleküle wie Proteine und Kohlenhydrate. Diese Teilchen können die Gefäßwand (das Gefäßendothel) nicht passieren, weswegen sie bis zu ihrem enzymatischen Abbau in der Blutbahn zirkulieren und einen gewissen kolloidosmotischen Druck aufrecht erhalten. Diesen Effekt macht man sich insbesondere in der Akuttherapie des hypovolämischen Schocks zu Nutze.

2.5 osmotherapeutische Infusionslösungen

Bei diesen Osmotherapeutika handelt es sich um stets hypertone Lösungen, die im Extrazellulärraum eine deutliche Erhöhung des osmotischen Drucks hervorrufen. Durch den Drang des Wassers, Volumenunterschiede auszugleichen, entziehen sie dem umliegenden Gewebe Wasser. Aus diesem Grund macht man sich diese Infusionen bei der Therapie von Ödemen, akuten Vergiftungen (Ausschwemmung des Giftes) und Nierenfunktionsstörungen zu Nutze.

2.6 Chemotherapeutika

Auch eine Chemotherapie wird mittels einer Infusionstherapie durchgeführt.

3 Verabreichungsformen

  • intravenöse Injektion durch eine periphere Vene
  • Injektion in eine zentrale Vene durch einen Zentralen Venenkatheter (bei längerfristiger Anwendung oder parenteraler Ernährung)
  • Portkatheter (dauerhafter Zugang zu einem Gefäß; besonders bei Chemotherapie)

Die Dosierung kann über eine Rollklemme oder eine Infusionspumpe variiert werden.

Fachgebiete: Pharmakologie

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