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Akute Sinusitis

Synonym: Sinusitis acuta
Englisch: acute sinusitis

1 Definition

Die akute Sinusitis ist eine akute Entzündung einer oder mehrerer Nasennebenhöhlen.

2 Ätiologie und Pathogenese

Eine akute Sinusitis kann auf 2 Wegen entstehen:

Eine dentogene Sinusitis ist nur bei der Kieferhöhle (Sinus maxillaris) möglich. In den meisten Fällen entwickelt sich die akute Sinusitis aszendierend aus einer akuten Rhinitis. Bei einer Rhinitis sind die Nasennebenhöhlen in der Regel immer mitbeteiligt. Wie groß die Beteiligung ist, hängt auch von der individuellen Anatomie ab. So genannte "Engstellen" gehören zu den prädisponierenden Faktoren. Diese Engstellen können zum Beispiel durch Septumdeviation, Nasenmuschelhyperplasie oder eine zu große Rachenmandel entstehen und begünstigen durch die Veränderung der Ventilationsverhältnisse und/oder einen Sekretstau den Eintritt von Erregern in die Nasennebenhöhlen.

Akute Sinusitiden werden meist durch Viren oder Bakterien ausgelöst. Auch eine Kombination ist möglich, z.B. als bakterielle Superinfektionen im Rahmen eines Virusinfekts. Die häufigsten Erreger einer akuten bakteriellen Sinusitis sind:

Anaerobier und Enterobacteriaceae spielen in den akuten Formen eine untergeordnete Rolle und sind charakteristisch für chronische Verläufe.

Gelegentlich treten nosokomiale Infektionen durch eine liegende Magensonde oder nasale Intubation auf.

3 Lokalisation

Am häufigsten sind die vorderen Siebbeinzellen, die Stirnhöhle und die Kieferhöhle von einer akuten Sinusitis betroffen. Seltener sind die hinteren Siebbeinzellen oder die Keilbeinhöhle beteiligt, da sie ein eigenes Ventilations- und Drainagesystem besitzen.

4 Symptome

Leitsymptom der akuten Sinusitis sind Kopfschmerzen. Die Schmerzen sind je nach Befall unterschiedlich lokalisiert:

  • Stirnkopfschmerzen bei Befall der Stirnhöhle, der Siebbeinzellen und der Kieferhöhle
  • Schmerzen oberhalb des Oberkiefers bei Befall der Kieferhöhlen
  • Schmerzen am Schädeldach bei Befall der Keilbeinhöhle

Die Schmerzen verstärken sich beim Bücken.

5 Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt durch Rhinoskopie, Sonographie, Röntgen der Nasennebenhöhlen. Auch in der Magnetresonanztomographie kann man Schleimhautschwellungen erkennen.

6 Therapie

6.1 Konservative Therapie

Eine akute Sinusitis wird primär durch abschwellende Nasentropfen (Naphazolin, Xylometazolin) und topische nasale Steroide (z.B. Mometason) behandelt, um den Sekretabfluss über die Nase zu gewährleisten. Bei abschwellenden Nasentropfen sollte die Dauer der Anwendung so kurz wie möglich sein, um eine Atrophie der Nasenschleimhaut zu verhindern. Als "hohe Einlage" bezeichnet man das Einbringen von Xylometazolin getränkten Wattebäuschen in den mittleren Nasengang. Dies wird bei Affektionen der Stirnhöhle verwendet.

Der zusätzliche Einsatz von Sekretolytika (z.B. Ambroxol) ist möglich, ihre Wirksamkeit bei Sinusitis jedoch umstritten. Das gleiche gilt für Mukolytika auf pflanzlicher Basis wie Myrtol, Cineol, Pelargonium und Bromelain.

Nasenspülungen mit isotonen oder hypertonen Lösungen können bei chronischer Sinusitis eine Symptomlinderung bewirken, auf den Verlauf einer akuten Sinusitis scheinen sie keinen Einfluss zu haben.

Bei allergischer Genese können zusätzlich topische oder systemische Antihistaminika gegeben werden, bei Schmerzen Analgetika.

Da bei einer nur klinisch diagnostizierten akuten Sinusitis eine Unterscheidung zwischen einer viralen und bakteriellen Erkrankung kaum möglich ist, sollten Antibiotika nur dann gegeben werden, wenn der Verdacht einer bakteriellen Ursache nahe liegt, z.B. bei starken Beschwerden und Fieber oder wenn Komplikationen drohen. Ausnahmen gelten für Patienten mit Immundefizienz, chronisch entzündlicher Lungenerkrankung oder anderen besonderen Risikofaktoren. Die Behandlung erfolgt dann insbesondere mit Amoxicillin. Auch Cephalosporine, Makrolide, Tetrazykline und neuere Fluorchinolone kommen zum Einsatz.

6.2 Invasive Therapie

Unter Lokalanästhesie kann in schweren Fällen eine Druckentlastung durch Punktion der Nebenhöhle erfolgen.

7 Prognose

Bei Nichtausheilung kann eine akute Sinusitis in eine chronische Sinusitis übergehen, da permanente Schleimhautschwellungen und somit Engstellen zurückbleiben.

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