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Thrombose

von griechisch: thrombos - Klumpen
Englisch: thrombosis

1 Definition

Unter einer Thrombose versteht man eine lokalisierte, intravasale Blutgerinnung, die zur Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombus) im Kreislaufsystem führt. Sie entsteht auf der Basis von Veränderungen der Gefäßwände, des Blutstroms sowie der Blutzusammensetzung (Virchow-Trias).

2 Lokalisation

Thrombosen können grundsätzlich alle Blutgefäße betreffen. In den meisten Fällen sind die Beinvenen betroffen, wobei man nach der Lokalisation eine oberflächliche Form der Thrombose (Thrombophlebitis) von der tiefen Venenthrombose (Phlebothrombose) unterscheidet. Beinvenenthrombosen sind grundsätzlich häufiger als Armvenenthrombosen. Letztere kommen häufiger bei Männern vor, insbesondere nach ausgeprägtem Einsatz der Schulter- und Armmuskulatur.

3 Einteilung

Je nach Ort des Auftretens wird unterschieden zwischen:

Die tiefen venösen Extremitätenthrombosen werden weiter unterteilt in:

  • Typ 1: distale Thrombosen, die nach proximal wachsen (am häufigsten),
  • Typ 2: proximale Thrombosen, die nach distal wachsen (hohes Embolierisiko)
  • Typ 3: Thrombosen, die von der Oberfläche über Venae perforantes in die Tiefe wachsen.

Typ 1 und Typ3 haben grundsätzlich ein geringes Embolierisiko, das jedoch dann zunimmt, wenn sie nach proximal vorgewachsen sind.

4 Ursachen

Die Ursachen für eine Thrombose sind vielfältig. Meist wirken mehrere Faktoren zusammen.

5 Klinik

Die Klinik einer Thrombose ist abhängig vom betroffenen Gefäß. Neben Entzündungszeichen kann eine Thrombose ziehende Schmerzen und ein Spannungsgefühl der betroffenen Extremität verursachen. Bei einer Beinvenenthrombose können ein Waden- und Fußsohlenschmerz ausgelöst werden (vgl. Meyer-, Homans- bzw. Payr-Zeichen).

Die Treffsicherheit klinischer Zeichen gilt allerdings mit etwa 50% nicht sehr zuverlässig. Das Fehlen klinischer Zeichen einer Thrombose schliesst diese (besonders bei bettlägrigen Patienten) nicht aus: Nur bei 1/3 aller Lungenembolien ist eine Thrombose klinisch nachweisbar.

6 Diagnostik

Da eine Thrombose bzw. Lungenembolie oftmals klinisch inapparent verlaufen kann, sind sensitive Testverfahren zum Nachweis bzw. Ausschluss notwendig.

Ein solches Ausschlussverfahren sind die sog. D-Dimere. D-Dimere sind Fibrinabbauprodukte, die bei einer Gerinnungsaktivierung (durch die parallel auch immer stattfindende Fibrinolyse) entstehen. Ein negativer D-Dimer-Test schließt eine Thrombose mit hoher Wahrscheinlichkeit aus.

Als zusätzliche bildgebende Verfahren kommen Sonographie und Farbdopplersonographie zum Einsatz.

7 Komplikationen

Ein Thrombus kann den Blutstrom ganz oder teilweise blockieren oder sich lösen und als Embolus an andere Orte des Blutkreislaufs gelangen. Ein so entstandener Gefäßverschluß wird als Thrombembolie (Thromboembolie) bezeichnet.

7.1 Venöse Thrombose

7.2 Arterielle Thrombose

Organinfarkte durch Verlegung der versorgenden Arterien, z.B.:

8 Prophylaxe

Um das Auftreten von Thrombosen zu verhindern, wird bei allen größeren operativen Eingriffen eine Thromboseprophylaxe eingesetzt.

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