Das Medizinlexikon zum Medmachen

Bitte loggen Sie sich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Nasengang

Synonym: Meatus nasi
Englisch: nasal meatus

Inhaltsverzeichnis

1 Definition

Die Nasengänge sind ein Gangsystem der Nase im Bereich der lateralen Nasenhaupthöhle, das zwischen dem Nasendach, den Nasenmuscheln und dem Nasenboden gelegen ist.

2 Einteilung

Man unterscheidet von oben nach unten drei Nasengänge:

2.1 Oberer Nasengang (Meatus nasi superior)

Der obere Nasengang ist eine relativ kurze, schräg laufende Passage, die vom Nasendach, der oberen Nasenmuschel und der mittleren Nasenmuschel eingefasst wird. Im hinteren Teil des oberen Nasengangs ist das Geruchsorgan lokalisiert. Deshalb wird dieser Gang auch "Riechgang" bezeichnet. In den oberen Nasengang münden die hinteren Siebbeinzellen und - im Bereich des Recessus sphenoethmoidalis - die Keilbeinhöhlen (Sinus sphenoidales).

2.2 Mittlerer Nasengang (Meatus nasi medius)

Der mittlere Nasengang liegt lateral und kaudal der mittleren Nasenmuschel. Nach unten (kaudal) hin wird er von der unteren Nasenmuschel begrenzt. In ihn münden über den Recessus frontalis die Nasennebenhöhlen, genauer gesagt der Sinus frontalis, der Sinus maxillaris und die vorderen und mittleren Siebbeinzellen. Der Gang wird deshalb auch "Sinusgang" genannt. Auffällige anatomische Strukturen sind hier der Hiatus semilunaris und die Bulla ethmoidalis.

Er bildet mit einigen seiner Nachbarstrukturen eine funktionelle Einheit, den ostiomeatalen Komplex.

2.3 Unterer Nasengang (Meatus nasi inferior)

Der untere Nasengang liegt lateral und kaudal der unteren Nasenmuschel und wird unten vom Nasenboden begrenzt. Da er die kürzeste Verbindung zur hinteren Öffnung der Nasenhöhle, den Choanen, darstellt wird er auch als "Atemgang" bezeichnet. In ihn mündet der Tränennasengang (Ductus nasolacrimalis) über die Hasner-Klappe.

3 Physiologie

Die Nasengänge sind Teil der oberen Atemwege. Sie führen die eingesogene Atemluft an den Nasenmuscheln vorbei, wo sie erwärmt und befeuchtet wird. Über die Choanen wird die Atemluft dann in den Nasenrachenraum (Nasopharynx) weitergeleitet.

Zwischen den oberen und unteren Atemwegen existieren nicht nur anatomische, sondern auch physiologische Unterschiede.

  • In den unteren Atemwegen, welche die Luftröhre, die Bronchien und das Alveolargebiet umfassen, wird die Atemluft mit möglichst wirbelfreier Strömung laminar geführt, während in den oberen Atemwegen Wirbel erwünscht sind, damit die Atemluft mehr Kontakt mit der Schleimhautoberfläche bekommt. Dadurch wird die Reinigung, Erwärmung und Befeuchtung in der Nase gewährleistet.
  • Durch die Bronchialaufzweigungen nimmt der Gesamtquerschnitt der Atemwege exponentiell zu. Dadurch wird die Strömungsgeschwindigkeit der Atemluft bei der Einatmung, die in der Luftröhre und den Hauptbronchien bei ruhiger Atmung mehr als 2 m/sec erreicht, stark verlangsamt und beträgt in den Endästen des Bronchialbaums nur noch Bruchteile eines mm/sec. Dies gewährleistet einem möglichst effektiven Gasaustausch.
  • Der Schleimteppich in den Bronchien und in der Luftröhre wird durch die ständige koordinierte Aktivität des Flimmerepithels mit einer Geschwindigkeit bis zu 20 mm/min mundwärts bewegt und ist daher schneller als in der Nase, in der nur 4 mm/min erreicht werden. Der Weg aus den Bronchien bis zum Kehlkopf ist wesentlich länger.
  • Die Zusammensetzung von Wasser- und Muzingehalt, Ionenkonzentration, onkotischem Gewebsdruck, Körpertemperatur, Feuchtigkeit der Atemluft u.a. Faktoren wird in den unteren Atemwegen viel konstanter gehalten. Auch Anpassungen an veränderte Gegebenheiten werden in den unteren Atemwegen langsamer umgesetzt als in der Nase.

Tags:

Fachgebiete: Kopf und Hals

Um diesen Artikel zu kommentieren, melden Sie sich bitte an.

Letzte Autoren des Artikels:

19 Wertungen (4.58 ø)
Teilen

35.643 Aufrufe

Das Flexikon enthält bereits 42.573 Artikel - jetzt mitmachen & weitersagen!

Copyright ©2014 DocCheck Medical Services GmbH