Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.

Rhinitis allergica

(Weitergeleitet von Allergische Rhinitis)

Synonyme: Heuschnupfen, Rhinoconjunctivitis allergica, allergische Rhinitis, AR
Englisch: hayfever

1 Definition

Die Rhinitis allergica oder besser Allergische Rhinokonjunktivitis ist eine allergisch bedingte Erkrankung der Nasenschleimhaut (Rhinitis) und der Augen (Blepharokonjunktivitis), die nach Allergenexposition durch eine IgE-vermittelte Entzündungsreaktion entsteht.

2 Pathophysiologie

Ursache der allergischen Rhinitis ist die Sensibilisierung gegenüber einem oder mehreren Allergen wie etwa Pollen oder Hausstaubmilben. Beim Erstkontakt mit dem betreffenden Allergen nimmt eine dendritische Zelle bzw. ein Makrophage das Allergen durch Phagozytose auf und präsentiert es einem T-Lymphozyten. Der aktivierte T-Lymphozyt regt wiederum B-Lymphozyten zur Differenzierung und Klonierung an. Sie produzieren IgE-Antikörper, welche sich gegen das Allergen richten und an Mastzellen gebunden werden. Bei einem Zweitkontakt mit dem Allergen erkennen diese Antikörper das Allergen und führen zu einer Degranulierung der Mastzelle, wobei Entzündungsmediatoren wie Histamin und Leukotriene freigesetzt werden. Sie lösen beim Patienten die eigentliche Symptome aus.

3 Einteilung

Die allergische Rhinokonjunktivitis wird gemäß der WHO-Klassifikation (ARIA-Dokument) wie folgt eingeteilt:

3.1 ...nach Dauer der Symptomatik

3.2 ...nach Schwere der Symptomatik

  • gering
  • mäßig - schwer

Neben dieser neueren Einteilung wird häufig auch noch die ältere Klassifikation der Rhinitis allergica benutzt:

4 Komorbidität

Aus der Rhinitis allergica kann sich eine Erkrankung der gesamten Atemwege, sowie der anhängenden Räume entwickeln. Patienten mit Rhinitis allergica erkranken überdurchschnittlich häufig auch an:

5 Symptome

Die Symptome der allergischen Rhinokonjunktivitis manifestieren sich vor allem an den Augen und der Nase.

5.1 Augen

5.2 Nase

5.3 Sonstige Symptome

Bei einer Beteiligung der unteren Atemwege können zusätzlich die Symptome eines Asthma bronchiale mit Hustenreiz und Atemnot auftreten. Anhängig von der Schwere der Symptomatik besteht bei den Patienten oft auch ein allgemeines Krankheitsgefühl.

6 Diagnostik

Die Anamnese und das typische klinische Bild sind für die Diagnose richtungsweisend. Die weitere Diagnostik ist auf die Identifikation der auslösenden Allergene gerichtet. Diese spezielle Allergiediagnostik kann beim Patienten (in vivo) oder im Labor (in vitro) erfolgen.

6.1 In-vivo-Diagnostik

Bei der In-vivo-Allergiediagnostik werden mehrere Allergenextrakte an benachbarten Stellen auf bzw. in die Haut des Patienten eingebracht. Nach einem von der Methode anhängigen Zeitraum werden die Hautstellen inspiziert. Das Vorhandensein und die Ausprägung der Hautreaktion geben Hinweise auf das auslösende Allergen bzw. seine allergene Potenz.

6.2 In-vitro-Diagnostik

Die beiden am häufigsten in der Allergiediagnostik eingesetzten Verfahren sind:

Als weitere Verfahren kommen in Frage:

7 Therapie

7.1 Medikamentöse Therapie

Für die medikamentöse Therapie der Rhinitis allergica steht eine Vielzahl verschiedener Arzneistoffe zur Verfügung, welche die Symptome der Rhinitis allergica reduzieren. Unter anderem werden eingesetzt:

7.2 Spezifische Immuntherapie (SIT)

Die spezifische Immuntherapie strebt die kausale Therapie der Rhinitis allergica durch schrittweise "Gewöhnung" (Toleranz) an das Antigen an. Man unterscheidet:

Um diesen Artikel zu kommentieren, .

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

23 Wertungen (3.78 ø)
Teilen

87.922 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
DocCheck folgen: